WWF World Wide Fund For Nature

Inventur im Zeichen des Pandas
WWF-Jahresrückblick: Politik wird ihrer Verantwortung nicht gerecht

Frankfurt am Main (ots) - Die Umweltstiftung WWF Deutschland hat im zurück liegenden Jahr erstmals mehr als 40 Millionen Mark an Spenden und sonstigen Erträgen eingenommen. Voraussichtlich fließen bis zum Jahresende über 41 Millionen Mark in die Kassen der Naturschutzorganisation. Im Vergleich zum Vorjahr ist das ein Wachstum von mehr als fünf Prozent. Auch die Zahl der WWF-Förderer ist weiter gewachsen. In Deutschland unterstützen mittlerweile 250.000 Menschen die Naturschützer im Zeichen des Pandas. Das ist gegenüber 1999 ein erneuter Zuwachs um über zehn Prozent. Für den WWF endet damit ein sehr turbulentes Jahr versöhnlich. Noch im August mußten die hoch gesteckten finanziellen Ziele für das Jahr 2000 erheblich reduziert werden. Die ambitionierten Einnahmeerwartungen auf der EXPO ließen sich nicht erreichen. "Es war finanziell ein schwieriges Jahr, deshalb sind wir über das gute Ergebnis sehr froh," zeigte sich WWF-Geschäftsführer Dr. Georg Schwede zufrieden. Die positive Entwicklung beruhe insbesondere auf einer Zunahme der privaten Spenden. Hier bestätige sich ein Trend der vergangenen Jahre. "Von einer allgemeinen Umweltmüdigkeit kann beim WWF keine Rede sein. Immer mehr Menschen identifizieren sich mit unseren Natur- und Umweltschutzanliegen und unterstützen unsere Arbeit, " so Schwede. Der WWF nahm den Kassensturz zum Jahresende zum Anlass, die Entwicklungen im Natur- und Umweltschutz in den zurückliegenden zwölf Monaten Revue passieren zu lassen. Als Erfolge wertete die internationale Naturschutzorganisation Fortschritte bei den Regelungen zum Handel mit bedrohten Arten sowie die Einrichtung neuer Schutzgebiete auf Madagaskar und an der unteren Donau. Dort konnten die Voraussetzungen für 220.000 Hektar Renaturierungsflächen und die Ausweisung von 110.000 Hektar neuer Schutzgebiete geschaffen werden. Dennoch setze sich die Talfahrt bei der biologischen Vielfalt ungebremst fort. Die alljährlich vom WWF durchgeführte "Fiebermessung" des Planeten, der so genannte "Living Planet Index", zeige, dass die Erde in den vergangenen 30 Jahren ein Drittel ihrer biologischen Vielfalt verloren habe. Dieser Verlust sei allein auf menschliche Aktivitäten zurückzuführen. Obwohl die Lage Besorgnis erregend und die Ursachen bekannt seien, zeige sich die nationale und internationale Politik häufig unfähig, die Entwicklung zu beeinflussen. "Die Politik sitzt inzwischen meist auf dem Beifahrersitz, wenn es darum geht, Verantwortung für heutige und spätere Generationen zu übernehmen," so Georg Schwede. Als aktuelles Beispiel nannte der WWF-Chef den gescheiterten Klimagipfel in Den Haag, wo die internationale Politik, inzwischen zum Spielball von Lobbygruppen und nationalen Interessen geworden sei. Auch die BSE-Krise sei das Ergebnis einer verfehlten Agrarpolitik, die über Jahre mit Milliarden von Steuergeldern gefördert wurde. Als "Flop des Jahres und Sinnbild verlogener Politik" bezeichnete Schwede die Kampagne gegen die Ökosteuer. "Die Kampagne ist an Heuchelei nicht zu überbieten. Wider besseren Wissens wurde die Öffentlichkeit aus rein parteipolitischen Interessen bewusst und verantwortungslos irregeführt. Die Bundesregierung hat Charakter gezeigt, indem sie dieses wichtige Instrument zur langfristigen Schonung unserer Ressourcen nicht auf dem Altar des billigen Populismus geopfert hat." Für das neue Jahr wünscht sich der WWF von der Bundesregierung vor allem Weitsicht und Mut. Weitsicht, um die wirklichen Herausforderungen für unsere Gesellschaft zu erkennen und Mut, diese auch gegen die eigennützigen Interessen bestimmter Lobbygruppen durchzusetzen. Wichtige Schritte dahin könnten die Entwicklung einer Nachhaltigkeitsstrategie und die zügige Novellierung des Bundesnaturschutzgesetzes sein. Außerdem steht auf dem Wunschzettel der Naturschützer ein radikales Umsteuern in der Agrarpolitik und die Umsetzung einer konsequenten Klimaschutzstrategie, die weit über das Jahr 2005 hinausgehe. ots Originaltext: WWF Im Internet recherchierbar: http://recherche.newsaktuell.de Weitere Informationen: Jörn Ehlers, Pressestelle WWF Deutschland, Tel.: 0 69 /7 91 44-1 45 oder mobil:0171 54 40-144 Original-Content von: WWF World Wide Fund For Nature, übermittelt durch news aktuell

Themen in dieser Meldung


Weitere Meldungen: WWF World Wide Fund For Nature

Das könnte Sie auch interessieren: