WWF World Wide Fund For Nature

UN-Konferenz zu gefährlichsten Umweltschadstoffen: Giftverbot für "dreckiges Dutzend"
WWF stellt Landkarte mit 10 stark belasteten Regionen* vor

Bremen/Johannesburg (ots) - Ein unverzügliches weltweites Verbot der 12 giftigsten langlebigen Chemikalien (Persistant Organic Pollutants -POPs) forderte heute der WWF zu Beginn der UN-Konferenz zu Dauergiften in Johannesburg. Der WWF stellte eine Landkarte mit 10 gravierenden Beispielen für die weltweite Bedrohung und Auswirkung dieser Dauergifte vor. "Von den mit PCB (polychlorierten Kohlenwasserstoffen) verseuchten Fischen in den Großen Seen Nordamerikas bis zu den krebserregenden Dioxinen ausstoßenden Müllverbrennungsanlagen in Südafrika wird jede Region der Welt durch POPs geschädigt", warnte WWF-Chemieexpertin Patricia Cameron. "Kinder von Müttern, die diesen Fisch gegessen hatten, hatten Verhaltensstörungen und Lernprobleme." Forscher aus Japan haben z.B. nachgewiesen, dass die Dioxinkonzentrationen in Wal- und Delfinfleisch 172 mal höher ist als erlaubt. Auf Spitzbergen hat die hohe PCB-Konzentration sogar schon in Eisbären zu Störungen des Immun- und Fortpflanzungsystems geführt. "Um diese Gefahren zu vermindern, müssen die Vertragsstaaten das vollständige Verbot dieser giftigen Chemikalien zum Ziel haben, da die Stoffe nicht sicher gehandhabt werden können. Zusätzlich müssen die Industriestaaten finanzielle und technische Hilfe für Entwicklungsländer bereitstellen, die sich den Umstieg auf umweltverträgliche Alternativen nicht leisten können", so Cameron. Die Verhandelnden müssen unter Berücksichtigung des Vorsorgeprinzips zudem Kriterien festlegen, nach denen in Zukunft zahlreiche weitere giftige Chemikalien unter die POPs-Konvention fallen sollen, die uns bereits heute ähnlich gravierende Probleme in der Natur und für die menschliche Gesundheit verursachen. Hierzu gehören z.B. die bromierten Flammschutzmittel, die in Elektronikartikeln oder leicht brennbaren Textilien eingesetzt werden. Der Vertrag über das Verbot der Dauergifte soll 2001 in Stockholm unterzeichnet werden. POPs sind Chemikalien, die extrem giftig und langlebig sind. Sie vergiften nicht nur die Menschen in den Anwenderländern, sondern verteilen sich über die Atmosphäre und schädigen damit Menschen und Natur überall auf der Welt. Diese Schadstoffe können nicht nur zu akuten Vergiftungen, sondern auch zu Krebs und Störungen des Immun- und Hormonsystem führen. Zu den derzeit verhandelten POPs zählen 8 Pestizide (Aldrin, Chlordan, DDT, Dieldrin, Endrin, Heptachlor, Mirex, Toxaphen), die in der Industrie verwendeten Chemikalien PCB und Hexachlorbenzol sowie die als Nebenprodukte bei Verbrennungsvorgängen auftretenden Dioxine und Furane. * Die 10 "Toxic Hot Spots" der WWF-Landkarte sind: Norwegen, Russland, Große Seen in Nordamerika, British Columbia, Kanada (PCBs); Midway Island, Nordpazifik (PCBs, Dioxine/Furane); Pakistan (Verbrennung von Klinikabfällen); Südafrika (Müllverbrennung); Japan (Dioxine); Florida, USA (DDE, DDD, Dieldrin, Toxaphen); Äthiopien (gefährliche Lagerbestände). ots Originaltext: WWF Deutschland Im Internet recherchierbar: http://recherche.newsaktuell.de Weitere Informationen: Patricia Cameron, Meeresumweltschutz, WWF Deutschland, Bremen, Tel.: 04 21/6 58 46-16 Die WWF-Landkarte können Sie von der WWF Homepage unter http://www.wwf.de runterladen. Original-Content von: WWF World Wide Fund For Nature, übermittelt durch news aktuell

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