WWF World Wide Fund For Nature

Klimaschutz in der heißen Phase
WWF: Schlupflöcher im Klimaschutzprotokoll müssen gestopft werden

Frankfurt am Main (ots) - Die internationalen Klimaverhandlungen gehen in die entscheidende Phase: Bei der 6. Vertragsstaatenkonferenz werden die Vertreter von rund 180 Staaten in Den Haag ab morgen über die endgültige Ausgestaltung des Kioto-Protokolls entscheiden. In diesen Vereinbarungen, benannt nach dem Verhandlungsort einer der vorherigen Konferenzen, hatten sich die Industriestaaten verpflichtet, ihren gesamten Ausstoß des Treibhausgases Kohlendioxid (CO2 ) bis 2012 um fünf Prozent unter die Werte von 1990 zu senken. Bislang haben sich die Beteiligten nicht einigen können, wie sie diese Ziele erreichen. Viele Staaten wollen Schlupflöcher im Protokoll nutzen, um sich vor einer wirklichen Reduzierung der Treibhausgase zu drücken: Anstatt ihren Energieverbrauch und damit den Kohlendioxidausstoß drastisch zu drosseln, wollen sie sich Wälder als Kohlenstoffspeicher anrechnen lassen oder sich durch umstrittene Investitionen im Ausland von ihren Reduktionsverpflichtungen freikaufen. Der WWF kritisiert insbesondere die USA, Kanada, Australien und Japan. "Wenn die Bremser sich durchsetzen, ist das Kioto-Protokoll tot. Jetzt geht es um Alles oder Nichts," so Regine Günther, Leiterin der Abteilung Klimaschutz und Energiepolitik beim WWF-Deutschland. "Auf dem Papier würden die Industriestaaten zwar ihr Ziel erreichen, in Wirklichkeit könnten sie aber ihre Teibhausgas-Emissionen bis 2012 um 50 Prozent erhöhen." Der WWF fordert, dass die Staaten den Großteil ihrer Verpflichtungen durch Emissionsvermeidung im eigenen Land erzielen. Höchstens 30 Prozent der Verpflichtungen sollen durch die sogenannten "Flexiblen Mechanismen", also durch Emissionshandel und Investitionen im Ausland, erreicht werden können. Überdies gelte es, die Anrechnung von Wäldern als Kohlenstoffspeicher streng zu reglementieren. Das Protokoll müsse die Rahmenbedingungen für eine Energiewende abstecken. "Um den Klimawandel in den Griff zu bekommen, müssen wir den Ausstoß an Treibhausgasen bis zur Mitte des Jahrhunderts weltweit drastisch herunterfahren", betonte Regine Günther. Die sei nur durch konsequente Nutzung erneuerbarer Energien und höhere Effizienz machbar. ots Originaltext: WWF Im Internet recherchierbar: http://recherche.newsaktuell.de Weitere Informationen: Website zum Klimagipfel: http://www.wwf.de/c_kampagnen/c_klima/c_klimagipfel.html Regine Günther, Referat Klimaschutz, in Den Haag, Tel: 0170 476 56 64 Katrin Altmeyer, WWF-Pressestelle in Den Haag, Tel: 0171 54401 44 Jörn Ehlers, WWF-Pressestelle in Frankfurt a.M. , Tel.: 069 - 79144 145 Original-Content von: WWF World Wide Fund For Nature, übermittelt durch news aktuell

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