WWF World Wide Fund For Nature

Tankerunglück im Ärmelkanal
WWF: Giftige Chemikalien können Umweltkatastrophe verursachen

    Bremen (ots) - Der mit hochgiftigen Chemikalien beladene
italienische Tanker "Ievoli Sun" ist heute morgen im Ärmelkanal
gesunken. Die Ladung enthielt u.a. 4000 Tonnen Styrol, ein
Kohlenwasserstoff der zur Plasitkherstellung genutzt wird. Die
Substanz ist hochgiftig, schwer löslich und leicht brennbar. "Wenn
das Styrol aus dem Tanker ausläuft, so kommt es zu einer
Giftkatastrophe im Ärmelkanal mit verheerenden Folgen für die
Umwelt", warnte WWF-Chemieexpertin Dr. Sabine Otto. "Styrol ist ein
hochgiftiger Stoff, der bei Menschen und Tieren Krebs verursachen
kann. Zudem wird das Styrol als leichtölige Flüssigkeit auf dem
Wasser schwimmen und kann ähnlich wie Mineralöl bei Vögeln zum
Verkleben des Gefieders und zu ihrem Tod führen." Der WWF fordert die
zuständigen Behörden auf, alles zu unternehmen, um das Gift so
schnell wie möglich zu bergen.
    
    Der Tanker war am Montag in Seenot geraten. Hochseeschlepper
hatten vergebens versucht, den Havaristen  in einen französischen
Hafen zu schleppen. "Nach der Tankerunglück der "Erika" im
vergangenen Dezember, das zu einer verheerenden Ölpest geführt hatte,
könnten jetzt Abschnitte der französischen Küste bei
Auseinanderbrechen des Tankers und ungünstigen Strömungsverhältnissen
jetzt durch das Austreten der Chemikalien verseucht werden", sagte
Dr. Sabine Otto. "Es darf nicht sein, dass jedes Jahr ein mit
Chemikalien oder Öl beladenes Schiff havariert und es zu einer
Umweltkatastrophe kommt. Wann endlich folgen den wiederholten
Mahnungen endlich strengere Vorschriften für die Schifffahrt auch an
der unfallträchtigen Küste der Bretagne?" Dringend nötig für
Gefahrgutfrachter in Küstennähe sind z.B. eine Begleitpflicht durch
Schlepper, damit ein Havarist unverzüglich abgeschleppt werden kann.
Genau zwei Jahre nach der "Pallas" Havarie muss dies auch für die
Deutsche Bucht ein Signal sein, endlich notwendige Schritte
umzusetzen und z.B. ein "besonders empfindliches Meeresgebiet" zum
Schutz des Wattenmeeres einzurichten.
      
    Das Schiff "Ievoli Sun" war bereits bei Kontrollen im vergangenen
Jahr durch Mängel z.B. bei Rettungsbooten, Feueralarm, Feuerklappen
aufgefallen und im Hafen Amsterdam festgehalten worden. "Es ist
allerhöchste Zeit, dass Europa auch im Bereich der Schifffahrt
endlich zusammenwächst und strenge Sicherheitsmaßstäbe für alle
Schiffe einführt, die in europäische Häfen ein- und auslaufen
wollen", sagte Dr. Sabine Otto. Der WWF fordert von den europäischen
Regierungen, dass sie umfassende Regelungen sowohl für die
Hafenstandards als auch eine gemeinsame europäische Küstenwache auf
den Weg bringen.
    
    
    
ots Originaltext: WWF Deutschland
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Weitere Informationen:
Dr. Sabine Otto,
Meeresumweltschutz,
WWF Deutschland,
Fachbereich Meere und Küsten,
Bremen,
Tel.: 04 21/6 58 46-15,
oder 0171- 7071198 ,
WWF Deutschland

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