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Weltschiffahrtsorganisation (IMO) verhandelt über TBT
WWF: Keine Verzögerung des TBT-Verbots!

London/Bremen (ots) - Regierungsvertreter aller Länder beraten ab morgen (Montag) in London im Rahmen der Sitzung des Umweltrates der Weltschifffahrtsorganisation (IMO) über die Durchsetzung des weltweiten Verbots für die Anwendung organozinnhaltiger Schiffsfarben ab 2003. Erstmals wird das Thema auch im Plenum diskutiert und die Gefahr besteht, dass TBT-Befürworter die Umsetzung des Verbots verzögern werden. "TBT hat bereits alle Meereslebewesen erreicht, Wale, Robben und Speisefische sind hoch belastet. Deshalb ist eine globale Lösung des Problems dringend nötig und keine Verzögerung hinnehmbar. TBT ist hochgiftig und kann nicht nur Tiere gefährden, sondern auch das Immun- und Hormonsystem des Menschen beeinträchtigen", sagte Patricia Cameron, Meeresschutzexpertin des WWF. Der WWF fordert alle Vertragsstaaten, unter ihnen auch die Bundesregierung, auf, sich für die fristgerechte Umsetzung des TBT-Verbots ab 2003 einzusetzen. Sollte das von Deutschland geforderte EU-Verbot für TBT nicht bis zum Ende des Jahres beschlossen werden, muss TBT von der Bundesrepublik verboten werden. Im Rahmen der Konvention für das weltweite Organozinnverbot geht es auch um die Frage, ob das nach 2003 auf den Schiffsrümpfen verbliebene TBT bis zum vollständigen Verbot seiner Anwesenheit auf Schiffsrümpfen in 2008 von den Rümpfen entfernt werden muss, oder einfach mit der neuen Farbe übermalt werden darf.. "Organozinnhaltige Farben müssen unbedingt entfernt werden, weil dass Gift sonst noch über 10 Jahre lang bei Dockungsarbeiten entweicht und auch nach der Verschrottung der Schiffe ins Meer gelangen und die menschliche Gesundheit schädigen kann," sagte Patricia Cameron. "Inzwischen zeigt auch die Praxis, dass bereits ca. 1/3 aller Reedereien bei regulären Dockungen zu oranozinnfreien Antibewuchssystemen übergehen, wobei die meisten Schiffseigner sich für Farben entscheiden, die eine 3-jährige Haltbarkeit aufweisen und nicht teurer sind als TBT-Anstriche. Farben mit einer längeren Wirksamkeit sind noch deutlich teurer, werden aber auch nur von 10-15% der Schiffe weltweit benötigt. Ein weiterer kritischer Punkt ist die Möglichkeit zum Verbot anderer Schiffsfarben, die der Meeresumwelt schaden. Nur das Verbot aller Giftfarben wird den Meeresschutz verbessern und die Reedereien zum Umstieg auf ungiftige Alternativen motivieren. Dass dies für bestimmte Bereiche schon möglich ist, zeigte ein WWF-Projekt in Zusammenarbeit mit dem Niedersächsischen Umweltministerium, Farbfirmen und Reedereien. Die kürzlich veröffentlichten Ergebnisse beweisen, dass giftige Organozinnverbindungen wie TBT für die Küstenschifffahrt bereits verzichtbar sind. In einem weiteren WWF-Projekt werden nun giftfreie Farben für die Großschifffahrt (Kreuzfahrt-, Container- und Forschungsschiffe, Schiffe der Wasserschutzpolizei u.a.) getestet, um auch hier bald umweltverträgliche Farben einsetzen zu können. ots Originaltext: WWF Deutschland Im Internet recherchierbar: http://recherche.newsaktuell.de Weitere Informationen: Patricia Cameron, Meeresumweltschutz, WWF Deutschland, Fachbereich Meere und Küsten, (zur Zeit in London), Tel. 0171-3426928 Original-Content von: WWF World Wide Fund For Nature, übermittelt durch news aktuell

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