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Emnid-Umfrage im Auftrag des WWF belegt: Niedersachsen wollen mehr Schutz im Nationalpark Wattenmeer

Bremen (ots) - Die Niedersachsen sind für den Verbleib der Ostfriesischen Inseln im Nationalpark Niedersächsisches Wattenmeer: 91% der Niedersachsen sind der Meinung, dass die Inseln als besonderer Lebensraum für Mensch und Natur weiterhin zum Nationalpark gehören sollen. Dies ist das Ergebnis einer repräsentativen Befragung, die das Meinungsforschungsinstitut EMNID im Auftrag des WWF im August durchgeführt hat. "Das Umfrageergebnis zeigt dass die Inselgemeinden mit ihrer Klage gegen den Nationalpark gegen den Willen potenzieller Besucher handeln und damit dem Tourismus und letztlich nur sich selbst schaden", sagte Beatrice Claus vom WWF. 89 % der Niedersachsen sprachen sich dafür aus, dass alle wichtigen Seehundbänke in die am strengsten geschützte Zone (Ruhezone) des Nationalparks aufgenommen werden sollen, auch wenn dies mit einer Einschränkung des Wassersports verbunden ist. Seehunde brauchen ungestörte Liegeplätze um sich auszuruhen, ihr Fell zu wechseln, ihre Jungen zu bekommen und sie zu säugen. Weibchen mit Jungtieren sind besonders scheu und flüchten bei den geringsten Störungen ins Wasser. Dabei scheuern sich vor allem die Jungtiere den Bauch wund, der Nabel bricht wieder auf und die Welpen können daran sterben. Werden die Tiere in der Zeit, in der sie gesäugt werden, zu oft gestört, führt dies zu einer Unterernährung oder sogar zum Tod des Jungtieres. "Die Landesregierung muss im Rahmen der Novellierung des Nationalparkgesetzes alle wichtigen Seehundliegeplätze in die Ruhezone des Nationalparks aufnehmen, damit die Tiere besser geschützt sind", forderte Beatrice Claus. Ein Vergleich zur Jahrhundertwende zeigt, dass die natürliche Populationsgröße der Seehundbestände noch lange nicht erreicht ist: Damals gab es noch 37.000 Seehunde im Wattenmeer, 1999 wurden nur 16.000 Tiere gezählt. 86% der Befragten waren der Meinung, dass es sei nicht zu vertreten sei, wenn für den Bau von Golfplätzen wertvolle Dünenlandschaften auf den Inseln zerstört werden. Auf Norderney sind von dem geplanten Ausbau des Golfplatzes Graudünen betroffen, die in Deutschland fast nur auf den Inseln vorkommen. Auch auf anderen Inseln sind wertvolle Gebiete betroffen: Auf Langeoog soll für einen Golfplatz ein besonders geschützter Lebensraum mit seltenen Pflanzen zerstört werden und auf Wangerooge ein artenreiches Grünland, das Brut- und Rastgebiet vieler bedrohter Vogelarten wie Uferschnepfe und Kiebitz ist. "Während auf den flächenmäßig begrenzten Inseln bedrohte Tiere, Pflanzen und Lebensräume geopfert werden müssten, gibt es auf dem Festland viele geeignete Standorte für Golfplätze. Die Landesregierung darf den Bau von Golfplätzen im Nationalpark auch künftig nicht ermöglichen", forderte Beatrice Claus. Die Emnid-Umfrage hat auch ergeben, dass die Mehrheit der Bevölkerung gegen die Jagd auf Wasservögel im Nationalpark ist: 76% der Befragten sind dafür, dass die Jagd auf bedrohte Wasservögel im Nationalpark Niedersächsisches Wattenmeer vollständig eingestellt wird. Im Gegensatz zu Hamburg und Schleswig-Holstein ist in Niedersachsen die Jagd auf Wasservögel noch erlaubt (an zehn Tagen im Jahr). Hauptproblem bei der Jagd ist die mit der Knallerei verbundene Störung der gesamten Vogelwelt. Es kommt auch in erheblichem Umfang zu Verletzungen von Vögeln, die qualvoll verenden. Deshalb fordert der WWF die Landesregierung auf, die Jagd auf Wasservögel im Nationalpark zu verbieten. ots Originaltext: WWF Deutschland Im Internet recherchierbar: http://recherche.newsaktuell.de Weitere Informationen: Beatrice Claus, Referentin Wattenmeer, WWF Deutschland, Fachbereich Meere und Küsten, Bremen, Tel.: 04 21/6 58 46-19, Fax: -12 Die Auswertung der Emnid-Umfrage erhalten Sie von: Gabriele Kranz, Pressereferentin, Tel.: 04 21/6 58 46-18, Fax: -12 Der WWF Deutschland ist eine der nationalen Organisationen des WWF - World Wide Fund For Nature - in Gland (Schweiz). Original-Content von: WWF World Wide Fund For Nature, übermittelt durch news aktuell

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