WWF World Wide Fund For Nature

Flotte Käfer an der Nadel
WWF belegt Gefährdung von Schmetterlingen und Käfern durch Handel

Frankfurt/Main (ots) - Schmetterlinge und Käfer können durch unkontrollierte Sammelleidenschaft an den Rand des Aussterbens gebracht werden, und Deutschland spielt dabei als internationaler Handelsplatz eine bisher ungeahnt zentrale Rolle. Dies belegt eine Studie, die TRAFFIC, das gemeinsame Artenschutzprogramm von WWF und der Weltnaturschutzunion IUCN heute in Frankfurt vorstellt. "'Rose von Ceylon' oder Heldbock - so heißen Schmetterlings- und Käferarten, die unsere Kinder nur noch als trockenes Präparat oder als Name auf verstaubten Sammlerlisten erleben werden, wenn wir jetzt nicht handeln", prophezeit Roland Melisch, Leiter der Abteilung Artenschutz/TRAFFIC beim WWF Deutschland. Die Studie "Flügel hinter Glas - Der Insektenhandel in Deutschland" hat die Angebote in Anzeigenblättern, im Internet und vor allem auf den großen Insektenbörsen unter die Lupe genommen und festgestellt, dass dort auch bedrohte und gesetzlich geschützte Arten angeboten werden. So fand der Autor der Studie, Peter Schütz 250 Schmetterlingsarten im Angebot, die durch die Bundesartenschutzverordnung (BArtSchVO) geschützt sind und nicht gehandelt werden dürfen. Weitere 21 Arten des Washingtoner Artenschutzübereinkommens wurden illegal angeboten. Einheimische Arten sind genauso betroffen, wie Exoten, für die Deutschland ein Hauptumschlagplatz ist. Die Preise reichen von 20 Pfennigen für gefaltete und in Tüten verpackte Tiere bis zu 7000,- DM für ein Paar eines seltenen Vogelflügelfalters aus Papua-Neuguinea. Die Käufer kommen aus Deutschland, Europa und sogar aus Japan, wo ein seltener Hirschkäfer auch schon mal für mehr als 150.000 DM den Besitzer wechselt. Besonders bedenklich ist die Tatsache, dass viele bedrohte Arten völlig legal gehandelt werden können, da sie nicht international geschützt sind. So fanden sich auf den Börsen ein Viertel aller Käfer und 16% aller Schmetterlinge, die auf der weltweiten Roten Liste der gefährdeten Arten vermerkt sind. TRAFFIC und WWF haben deshalb eine Reihe von Schmetterlings- und Käferarten vorgeschlagen, die in die internationale bzw. Europäische Artenschutzverordnung aufgenommen werden sollen. Die Studie fordert außerdem, dass Bund und Länder mehr Mittel für die Ausbildung und die Zusammenarbeit von Naturschutz- und Zollbeamten bereit stellen und die Zusammenarbeit auf EU-Ebene verstärken. "Der Handel boomt und die Behörden haben bisher kaum Kontrollmöglichkeit", so Roland Melisch. "Deshalb sind auch die Sammler gefordert, ihr Know-how nicht nur auf Börsen darzubieten, sondern es für den Naturschutz einzusetzen." ots Originaltext: WWF Im Internet recherchierbar: http://recherche.newsaktuell.de Weitere Informationen: Roland Melisch, Leiter Artenschutz/TRAFFIC beim WWF Deutschland 069 / 791 44 180 ab Donnersta 0171 / 14 54 272 Katrin Altmeyer, Pressestelle WWF Deutschland 069 / 791 44 214 Betacam-Material und Fotos hat Jürgen Matijevic 069 / 791 44 152 Die Studie erhalten Sie vom Referat Artenschutz Der WWF Deutschland ist eine der nationalen Organisationen des WWF - World Wide Fund For Nature - in Gland (Schweiz). Original-Content von: WWF World Wide Fund For Nature, übermittelt durch news aktuell

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