WWF World Wide Fund For Nature

Globale Waldbrandstudie des WWF: Heißer Herbst im Regenwald?
Untätigkeit der Verantwortlichen kann zu noch schlimmeren Verwüstungen führen als 1997/98

Frankfurt am Main (ots) - Auch nach den verheerenden Waldbrand-katastrophen der Jahre 1997/1998 sind die Feuer nie ganz erloschen. Das zeigt eine heute veröffentlichte Studie des WWF (World Wide Fund For Nature) und der IUCN (World Conservation Union). Immer wieder flackerten auch in den letzten drei Jahren größere Brände in Südamerika, Asien, Russland und Nordamerika auf. Vor wenigen Wochen brannten die Wälder in Griechenland. Die Studie des WWF bemängelt, dass die wirklichen Ursachen dieser Brände bis heute kaum bekämpft wurden. Deshalb können sich nach Aussage der Autoren Brände wie in Indonesien, wo seinerzeit 4,7 Millionen Hektar Wald in Flammen standen und etwa 70 Millionen Menschen in Rauch hüllten, unter dem Einfluss des "El Niño" - Phänomens schon bald wiederholen. Durch verschiedene, in der Studie beschriebene Rückkopplungs-effekte, könnten die Folgen dieses Mal sogar schlimmer sein als vor drei Jahren. Der Verlust der Regenwälder und die Klimaerwärmung verstärken das Wetterphänomen "El Niño". Das wiederum führt zu Dürren in Südostasien und damit zu neuen Bränden. Zudem trocknen die Waldregionen, in denen das Feuer schon einmal gewütet hat, durch die ausgedünnte Vegetation schneller aus und sind damit wesentlich anfälliger für neue Brände. Diese Folgebrände, so die Autoren der Studie, sind in der Regel noch gravierender und können bis zu 90 Prozent der lebenden Biomasse vernichten. Eine Hauptursache für die Regenwaldvernichtung in Indonesien ist die unkontrollierte Expansion der Ölpalmenplantagen. Palmöl findet zum Beispiel in Margarine, Fritierfett, Süßwaren, Kosmetik und Waschmitteln Verwendung. Deutschland ist einer der größten Palmöl-Importeure weltweit. Wie eine Studie des WWF von 1998 belegt, waren etwa 80 Prozent der Brände, die 1997/98 in Indonesien wüteten, auf die Umwandlung von Waldflächen in Plantagen zurückzuführen. "Es muss endlich Schluss sein mit dem zerstörerischen Holzeinschlag und dem nach-folgenden Abbrennen von Regenwald, um neue Ölpalmenplantagen anzulegen. Die Verantwortung liegt aber nicht nur bei den Regierungen. Auch die Lebensmittelindustrie, die immer mehr Palmöl verbraucht, ist in der Pflicht und muss entsprechenden Druck auf ihre Partner in Südostasien ausüben. Wenn es weiter geht wie bisher, könnten bald die letzten indonesischen Regenwälder in Flammen aufgehen.", warnt Ghislaine Blezinger, Leiterin des Waldbereiches beim WWF-Deutschland. Die WWF-Studie zeigt, dass die wirklichen Ursachen der Waldbrände bis heute nirgendwo konsequent angegangen wurden. Statt der Abholzung und Brandrodung einen Riegel vorzuschieben, hat sich der Großteil der staatlichen Maßnahmen auf die Verbesserung der Feuerbekämpfung und der Feuervorhersagen mit Hilfe teurer Technik konzentriert. ots Originaltext: WWF Im Internet recherchierbar: http://recherche.newsaktuell.de Weiter Informationen beim WWF Deutschland: Ghislaine Blezinger, Leiterin des Waldbereichs 069 / 791 44 150 Katrin Altmeyer, Pressestelle 069 / 791 44 214 Fotos von Waldbränden und Karten der derzeitigen Brandherde in Indonesien gibt es bei Jürgen Matijevic, Dokumentation 069 / 791 44 152 Die aktuelle Waldbrandstudie "Global Review on Forest Fires" und die Studie "Brandrodung für Margarine" von 1998 finden Sie im Internet unter http://www.wwf.de Original-Content von: WWF World Wide Fund For Nature, übermittelt durch news aktuell

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