WWF World Wide Fund For Nature

Hochwasser an der Oder künftig noch häufiger?
WWF warnt vor übereilten Entscheidungen zum Flussausbau in Polen
Oder-Ausbau würde Hochwassergefahr in Deutschland verschärfen

Rastatt, Warschau (ots) - Genau drei Jahre nach dem katastrophalen Hochwasser an der Oder forciert die polnische Regierung Entscheidungen, welche die Hochwassergefahr an der deutsch-polnischen Grenzstrecke verschärfen würden. Die Umweltstiftung World Wide Fund For Nature (WWF) beurteilt die Pläne zum Ausbau von Oder und Weichsel als "gefährlich für Mensch und Natur". "Es sieht so aus, als wolle die derzeitige Minderheitsregierung Fakten schaffen, so lange kritische Stimmen nicht am Enscheidungsprozess beteiligt sind", mahnte Irek Chojnacki, WWF-Programmkoordinator für Polen. Er bezieht sich auf das 1,9 Milliarden Euro teure Flussausbauprogramm "Oder 2006", das durch den Bau von Staustufen in erster Linie der Schifffahrt nützen würde. "Erfahrungen an anderen Flüssen wie dem Rhein zeigen, dass ein solcher Ausbau die Hochwassergefahr für die Bewohner unterhalb der Staustufen verschärft", erklärte Chojnacki. Die Folgen bedrohen alle Gemeinden der deutsch-polnischen Flussstrecke, auch die brandenburgischen, die schon mit dem letzten Hochwasser 1997 kämpften. Zudem ist der wirtschaftliche Nutzen umstritten: das polnische Transportministerium hatte derartige Investitionen letztes Jahr abgelehnt, weil sie unrentabel seien. Auch an der Weichsel werden Entscheidungen vorangetrieben. Gestern verkündete der polnische Umweltminister Antoni Tokarczuk die Ergebnisse einer Expertenkommission, die den Bau eines Staudamms an der unteren Weichsel bei Nieszawa empfiehlt. "Beide Planungen sind noch nicht reif zur Entscheidung", warnte Chojnacki. Zum einen seien noch nicht alle Alternativen untersucht worden, zum anderen sei die vorgelegte Kosten-Nutzen-Analyse fehlerhaft. "Die Methoden, mit denen die polnische Regierung ihre Flüsse ausbauen will, sind längst überholt", kritisierte der WWF-Experte. "Vor neuen Erkenntnissen, wie sie in anderen EU-Staaten längst umgesetzt werden, verschließt Polen jedoch seine Augen." ots Originaltext: WWF Im Internet recherchierbar: http://recherche.newsaktuell.de Der WWF informierte heute auch die EU-Umweltkommissarin Margot Wallström, die bereits ihr Besorgnis über die Planungen geäußert hatte. Weitere Informationen erhalten Sie bei (beide deutschsprachig): Irek Chojnacki, Polen-Koordinator des WWF, Tel.: 0 172/39 12 530 Piotr Nieznanski, Assistent Oder des WWF-Auen-Institut, Tel.: +48/601/81 70 60 Internet: www.wwf.pl (in englisch) Original-Content von: WWF World Wide Fund For Nature, übermittelt durch news aktuell

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