WWF World Wide Fund For Nature

Ausbau ohne Rücksicht auf Mensch und Natur?
Brasilianische Indianer berichten über Auswirkungen von Flussausbau auf ihr Leben
Internationale Wasserstraßenkonferenz in Bonn

    Rastatt (ots) - In Bonn werden nächste Woche persönlich betroffene
Indianer von den Folgen eines neuen Wasserstraßenvorhabens in
Brasilien berichten. 15 indigene Gruppen sind durch den geplanten
Ausbau mehrerer brasilianischer Flüsse bedroht. Dieses und andere
Beispiele sind Thema einer internationalen Wasserstraßenkonferenz in
Bonn-Königswinter vom 13. bis 15. Juni. Die Konferenz wird
organisiert von der deutschen "Hidrovia-Koordination", einem
Zusammenschluss mehrerer Umwelt- und Menschenrechtsorganisationen,
darunter dem WWF.
    
    "Ein kürzlich veröffentlichtes Gutachten zeigt, dass diese neue
Wasserstraße in Brasilien weder rentabel noch umwelt- und sozial
verträglich wäre", betont Dr. Edith Wenger, Umweltjuristin im
WWF-Auen-Institut. Die brasilianische Regierung plant, die Flüsse
Araguaia, Tocantins und Das Mortes auf insgesamt 2.500 Kilometern
schiffbar zu machen. Die Kosten sollen sich auf 800 Millionen Dollar
belaufen.
    
    Sprengungen und Baggerungen im Flussbett bedrohen nach Ansicht der
Hidrovia-Koordination die reiche Tier- und Pflanzenwelt der
Feuchtgebiete. Zudem ist eine zunehmende Verschmutzung des Wassers zu
befürchten. Untersuchungen haben ergeben, dass das Cerrado, die
betroffene Tropenregion, fünf Prozent der Artenvielfalt der Erde
enthält. Leidtragende sind als erste indigene Volksgruppen, die in
kleinen Dorfgemeinschaften entlang der Flüsse leben und sich
überwiegend vom Fischfang ernähren.
    
    Offizielle Umweltverträglichkeits-Gutachten, die im Vorfeld der
Planung erstellt wurden, wurden von einigen der Gutachter selbst
kritisiert, weil sie in den Dokumenten verkürzt und verharmlost
zitiert wurden. Daraufhin wurde das Vorhaben vorübergehend
gerichtlich gestoppt.
    
    Zwei betroffene Indianer, Samuel Karaja und Enir Terena,  werden
auf der internationalen Wasserstraßenkonferenz als Zeugen von den
Planungen berichten. Andere Themen der Konferenz sind das
Transeuropäische Netzwerk TEN, der Rhein sowie der Mississippi. Ziel
der Tagung ist es, Empfehlungen zur nachhaltigen Nutzung von Flüssen
zu entwickeln.
    
ots Originaltext: WWF
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Weitere Informationen erhalten Sie bei:
Dr. Edith Wenger, Referentin für Umweltrecht, WWF-Auen-Institut,
Tel.: 0 72 22/38 07-20
Anja Rech, Pressereferentin im WWF-Auen-Institut, Tel.: 0 72 22/38
07-14, Fax -99
E-Mail: rech@wwf.de, Tagungsprogramm im Internet: www.wwf.de

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