WWF World Wide Fund For Nature

Kaum mehr Wild-Lachs in deutschen Flüssen
WWF fordert Fangbegrenzungen und Schutz vor genetisch veränderten Zuchtlachsen

Bremen, Gland/Schweiz (ots) - Untersuchungen des World Wide Fund For Nature (WWF) haben gezeigt, dass die Bestände des Nordatlantischen Lachses den historisch niedrigsten Stand erreicht haben. In kaum einem Fluss Deutschlands kommen noch wilde Lachse vor. Anlässlich eines Treffens der Organisation zum Schutz des Nordatlantischen Lachses (North Atlantic Salmon Conservation Organization, NASCO) kommende Woche in Kanada fordert der WWF, alle nötigen Maßnahmen zur Wiederherstellung der wilden Lachsbestände zu ergreifen. Dazu gehört: Fangbegrenzungen einzuführen, Standards für umweltverträgliche Lachs-Zuchten zu schaffen und die Einführung von genetisch veränderten Lachsen zu verhindern. Nach Angaben des WWF sind in den Flüssen Deutschlands überwiegend aufgezogene und dann ausgesetzte Lachse zu finden. Der ursprüngliche Wildlachs steht vor dem Aussterben. Hält die momentane Entwicklung an, gilt das für den gesamten Nordatlantik. In Nordamerika kehren mittlerweile weniger als zehn Prozent der Lachse in die Flüsse zurück, und die Lachsfänge in Schottland und Irland sind in den letzten 30 Jahren um annähernd 25 Prozent zurückgegangen, teilt der WWF mit. "Mehr als 300 Flüsse haben bereits ihre Wildlachsbestände verloren, und jedes Jahr werden in den verbleibenden Flüssen die Bestände kleiner," sagte Heike Vesper, Referentin für Fischerei beim WWF. "Die Ursachen für den Rückgang sind vielfältig, aber alle vom Menschen gemacht." Dämme und andere Flussverbauungen blockieren die Wanderung des Lachses zu den Laichgründen. Industrielle, häusliche und landwirtschaftliche Verschmutzung der Flüsse zerstören saubere Lebensräume. Lachs aus Farmen bedroht die Wildbestände: Alleine in Norwegen entkommen jedes Jahr eine Million Farmlachse, die Krankheiten und Parasiten übertragen und den wildlebenden Artgenossen Nahrung und Fortpflanzungspartner wegnehmen. Durch Inzucht wird das Erbgut der wilden Lachse geschädigt, und ihre Widerstandsfähigkeit gegen bestimmte tödlich verlaufende Krankheiten geht verloren. Genetisch veränderte Lachse aus Fischfarmen stehen im Verdacht, die gesamten Wildlachs-Bestände auslöschen zu können. Der WWF appelliert daher an die nächste Woche in Kanada tagenden NASCO-Mitglieder, sofort zu handeln, um den Rückgang der Lachse zu bremsen. "Es liegen bereits wissenschaftlich untermauerte Daten für Fangquoten vor, jetzt müssen die beteiligten Staaten sie endlich einführen", betonte Vesper. Lachszuchten müssen nach Ansicht des WWF umweltfreundlicher betrieben werden. Außerdem müsse künftig gewährleistet werden, dass genetisch veränderte Zuchtlachse nicht in Zuchtfarmen verwendet werden. Eine ausführliche Studie dazu veröffentlicht der WWF diesen Herbst. Die NASCO ist ein Zusammenschluss aller Länder, in denen der Wildlachs vorkommt. Dazu gehören die Europäische Union, Kanada, Dänemark, Norwegen, Island, die Russische Föderation und die USA. ots Originaltext: WWF Im Internet recherchierbar: http://recherche.newsaktuell.de Für Rückfragen wenden Sie sich bitte an: Heike Vesper, Referentin für Fischerei beim WWF, Tel. 0421-65 846 23 Original-Content von: WWF World Wide Fund For Nature, übermittelt durch news aktuell

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