WWF World Wide Fund For Nature

Hoffnung für Elefanten, Teilsieg bei Ginseng, Sorge um Wale
Vertragsstaatenkonferenz zum Artenschutz (CITES): WWF sieht Verhandlungen mit gemischten Gefühlen

    Nairobi, Frankfurt a. M. (ots) - Die 11. Vertragsstaatenkonferenz in Kenias Hauptstadt Nairobi geht diese Woche in die heiße Phase. Nach sechs Tagen zäher und oft äußerst kontroverser Verhandlungen stecken vor allem die Entscheidungen zum Elfenbeinhandel und Elefantenschutz noch in einer Sackgasse, berichtet die Umweltorganisation WWF (World Wide Fund For Nature).          Obwohl konstruktive Vorschläge auf dem Tisch liegen, etwa eine vorläufige Null-Quote für den kontrollierten Elfenbeinhandel, beharrt Gastgeber Kenia darauf, alle Elefantenpopulationen auf den Anhang I zu stellen. Solch ein grundsätzliches Handelsverbot fordert Kenia auch für die Elefantenbestände des südlichen Afrikas, die nicht bedroht sind.

    "Aber ein radikales Handelsverbot schreckt Wilderer und
Elfenbeinschmuggler nicht ab," meint Roland Melisch, Leiter des
Artenschutzprogramms von WWF-Deutschland. "Das zeigen unsere
Erfahrungen mit anderen Arten, zum Beispiel dem Tiger. Obwohl der
seit 1976 auf Anhang I steht, sind Wilderei und illegaler Handel mit
Tigerprodukten bis heute ein Problem. Sinnvoller ist es, die bereits
vorhandenen Schutz- und Überwachungssysteme weiter zu fördern. Der
WWF kann sich auch vorstellen, dass solche Maßnahmen mit dem Verkauf
von Elefantenhäuten und Lederprodukten finanziert werden. Für Häute
werden keine Elefanten gewildert."
    
    Einen Teilerfolg sieht der WWF beim Fernöstlichen Ginseng: Rußland
möchte die extrem gefährdete Wildpflanze durch Aufnahme in den Anhang
II von CITES schützen, der nur noch einen kontrollierten Handel
erlaubt. Südkorea, das um die Erlöse beim Handel mit angebautem
Ginseng fürchtet, möchte Handelsbeschränkungen nur für die russischen
Vorkommen der Heilpflanze akzeptieren und hat sich mit Rußland auf
diesen Kompromiss geeinigt. Der WWF hätte sich gewünscht, dass
künftig alle Ginsengvorkommen Handelskontrollen unterliegen. "Den
Wurzeln des Fernöstlichen Ginsengs ist ihr Ursprung nicht anzusehen.
Ginseng aus Rußland könnte einfach umdeklariert werden, zum Beispiel
als Ginseng aus Nordkorea, und könnte so weiter unkontrolliert
ausgebeutet und verkauft werden," befürchtet Melisch. "Dennoch sind
wir froh, dass sich Korea und Rußland überhaupt geeinigt haben, diese
wichtige Heilpflanze unter internationalen Schutz zu stellen."
    
    Positive Signale gibt es für Heilpflanzen auch dank dem Engagement
der deutschen Delegation, die sich für die südafrikanische
Teufelskralle oder das europäische Frühlings-Adonisröschen einsetzt.
Auch für den Schutz von Scharnierschildkröten aus Südostasien,
Quastenflossern und Moschustieren zeichnen sich positive
Entwicklungen ab.
    
    Mit Besorgnis beobachtet der WWF die Verhandlungen über Wale.
Japan und Norwegen haben beantragt, wieder legal mit dem Fleisch
bestimmter Wal-Arten handeln zu können. Dies lehnt der WWF strikt ab.
Schon bei der letzten CITES-Konferenz 1997 in Simbabwe konnte
Norwegen eine einfache Mehrheit für einen solchen Antrag gewinnen.
Diesmal könnte es den Norwegern gelingen, die nötige
Zwei-Drittel-Mehrheit im Plenum zu erhalten, und ihren Antrag
durchzubringen.
    
    Wie die endgültigen Entscheidungen zum Handel mit Walfleisch und
Elfenbein ausfallen werden, lässt sich bisher aber nur schwer
vorhersagen. Wenn am Mittwoch und Donnerstag im Plenum abgestimmt
wird, welche Tier- und Pflanzenarten künftig nur noch kontrolliert,
gar nicht oder unbeschränkt gehandelt werden dürfen, dann werden nur
die Staaten dabei sein, die ihre vollständigen und beglaubigten
Akkreditierungsunterlagen vorgelegt haben. Am Freitag abend waren
fast dreißig Staaten noch nicht ordnungsgemäß akkreditiert und
stimmberechtigt.
    
ots Originaltext: WWF
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