WWF World Wide Fund For Nature

Viel Panzer, wenig Schutz
Vertragsstaatenkonferenz zum Artenschutz (CITES): WWF-Report zeigt Gefährdung von Meeresschildkröten

Nairobi, Frankfurt a. M. (ots) - Sechs von weltweit sieben Arten der Meeresschildkröten sind vom Aussterben bedroht. Zu diesem Ergebnis kommt ein Bericht, den die Umweltorganisation WWF (World Wide Fund For Nature) heute vorgelegt hat. Die Naturschutzorganisation betont, dass Meeresschildkröten noch immer stark gefährdet seien, auch wenn sich dank langjähriger Bemühungen die Bestände stabilisiert haben. Bei der CITES-Konferenz in Kenias Hauptstadt Nairobi, wo zur Zeit die Vertragsstaaten des Washingtoner Artenschutzübereinkommens über den Handel mit wild lebenden Tier- und Pflanzenarten entscheiden, haben Kuba und die Dominikanische Republik beantragt, den kontrollierten Handel mit Schildkrötenprodukten wieder aufzunehmen. Sie wollen Lagerbestände an Schildpatt aus den begehrten Panzern der Echten Karettschildkröte verkaufen. Der WWF lehnt diese Pläne ab. Man könne nicht ausschließen, dass dadurch der illegale Markt für Schildpatt angekurbelt würde. "Noch sind Meeresschildkröten nicht in der sicheren Arche Noah angekommen," sagt Volker Homes, Artenschutzreferent beim WWF-Deutschland. "Die Tiere sind so vielen unterschiedlichen Bedrohungen ausgesetzt, dass man kein Risiko eingehen darf." Seit Jahrhunderten werden sie wegen ihres Panzers gejagt, aus dem man das begehrte Schildpatt gewinnt. Es wird zu Schmuck, Kämmen und anderen Dekorationsstücken verarbeitet. Obwohl das Washingtoner Artenschutzübereinkommen den Handel mit Meeresschildkröten und Schildkrötenprodukten verbietet, werden ausgestopfte und präparierte Tiere der Karibik und Südostasiens als Souvenirs an Touristen verkauft. Neben dem illegalen Handel bringen die Verschmutzung der Meere und der Verlust von unbebauten Sandstränden die Tiere in Bedrängnis. Darüber hinaus enden nach Schätzungen des WWF jährlich 300.000 Schildkröten als unerwünschter Beifang in Fischernetzen. Da Meeresschildkröten im Laufe ihres Lebens lange Wanderungen unternehmen, können einzelne Staaten bisher nur ungenaue Daten über Bestände liefern. "Die Verbreitungsstaaten müssen langfristige Schutz- und Überwachungskonzepte entwickeln und diese auch koordinieren. Nur so können diese Tiere, die seit Hunderten Millionen Jahren die Erde bewohnen, überleben. Bis dahin müssen wir auf ,Nummer Sicher' gehen", fordert Homes. ots Originaltext: Umweltstiftung WWF-Deutschland Im Internet recherchierbar: http://recherche.newsaktuell.de Weitere Infos im Internet unter http://www.wwf.de und beim WWF-Deutschland: Volker Homes, Referat Artenschutz Tel.: 069 - 79144 183 oder Ulrike Bauer, Pressestelle Tel.: 069 - 79144 145 Achtung Bildredaktionen und TV! Foto- und fernsehfähiges Material zu vielen Themen der Artenschutzkonferenz ist vorhanden. Original-Content von: WWF World Wide Fund For Nature, übermittelt durch news aktuell

Themen in dieser Meldung


Weitere Meldungen: WWF World Wide Fund For Nature

Das könnte Sie auch interessieren: