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WWF: Kampf gegen "dreckiges Dutzend" muss weitergehen
Industriestaaten blockieren UN-Verhandlungen zum weltweiten Verbot von Dauergiften

Bonn (ots) - Bei der UN-Konferenz zu gefährlichen Stoffen, die heute in Bonn zu Ende ging, wurden keine entscheidenden Fortschritte erzielt: Die Länder USA, Japan, Kanada, Australien und Neuseeland haben sich gegen ein bedingungsloses Verbot der 12 giftigsten, langlebigen Chemikalien (POPs - Persistent Organic Pollutants) ausgesprochen. Das Verbot sollte nur dann durchgesetzt werden, "wenn es möglich und praktikabel" wäre. "Wenn diese Länder ihre sture Haltung nicht aufgeben, ist die Durchsetzung eines weltweiten Produktions- und Anwendungsverbots für diese giftigen Chemikalien gefährdet", kritisierte Dr. Sabine Otto, Chemieexpertin des WWF. Der WWF forderte die Vertragsstaaten auf, alles daranzusetzen, um einen globalen Stopp für die 12 Dauergifte doch noch zu erreichen. Auch bei der Festlegung von finanziellen und technischen Unterstützungen, um ärmeren Ländern den Ausstieg zu ermöglichen, gab es keine Einigung zwischen Industrie- und Entwicklungsländern. Nur Kanada hat bereits jetzt eine finanzielle Unterstützung in Aussicht gestellt. "Industrienationen müssen sich verpflichten, Entwicklungsländer beim Einsatz von ungiftigen Alternativen finanziell zu unterstützen", forderte Dr. Sabine Otto. "Nur so kann die Gefahr durch dieses "dreckige Dutzend" gebannt werden". POPs sind Chemikalien, die extrem giftig und langlebig sind. Sie vergiften nicht nur die Menschen in den Anwenderländern, sondern verteilen sich über die Atmosphäre und schädigen damit Menschen und Natur überall auf der Welt. Diese Schadstoffe können nicht nur zu akuten Vergiftungen, sondern auch zu Krebs und Störungen des Immun- und Hormonsystem führen. Sie reichern sich im Körper von Lebewesen an und schädigen die menschliche Gesundheit und das Ökosystem. Zu den derzeit verhandelten POPs zählen neun Pestizide (Aldrin, Chlordan, DDT, Dieldrin, Endrin, Heptachlor, Mirex, Toxaphen und Hexachlorbenzol), die in der Industrie verwendete Chemikaliengruppe PCB (Polychlorierte Biphenyle) sowie die als Nebenprodukte bei Herstellungsprozessen und Verbrennungsvorgängen auftretenden Dioxine und Furane. Die nächste UN-Verhandlungsrunde zu POPs findet im Dezember in Südafrika statt, der Vertrag über das Verbot der Dauergifte soll 2001 in Stockholm unterzeichnet werden. ots Originaltext: WWF Im Internet recherchierbar: http://recherche.newsaktuell.de Für Rückfragen wenden Sie sich bitte an: WWF-Fachbereich Meere und Küsten Dr. Sabine Otto; Tel. 0172-4212396, ab Montag Tel. 0421-6584615 Original-Content von: WWF World Wide Fund For Nature, übermittelt durch news aktuell

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