WWF World Wide Fund For Nature

Vergiftete Flüsse wiederbeleben
Nach der Cyanidflut: WWF legt Maßnahmenplan für die Rettung der Flüsse in Rumänien und Ungarn vor

Budapest/Rastatt (ots) - Fünf Wochen nach dem Giftunfall im rumänischen Baia Mare hat die Umweltstiftung WWF einen fünfstufigen Maßnahmenkatalog vorgelegt, um die ökologischen Schäden in den betroffenen Flüssen so schnell wie möglich zu beheben. Am dringlichsten sei es, die giftigen Schlämme in unmittelbarer Umgebung des Unfallortes zu beseitigen, betonte der WWF in einer Pressekonferenz in Budapest. Daneben fordert der WWF eine kontinuierliche Überwachung des biologischen Zustandes in den Flusslandschaften. Man müsse sich nun auf die Auen im gesamten Einzugsgebiet konzentrieren, denn sie dienen als Kinderstube für viele Fischarten. Von hier könne das Leben nach und nach in die geschädigten Regionen zurückkehren. Und schließlich müsse man die Wasserqualität verbessern. "Wir müssen jetzt der Natur helfen, sich selbst zu helfen," betonte Dr. Erika Schneider, Wissenschaftlerin im WWF-Auen-Institut. "Erfahrungen mit vergleichbaren Unfällen zeigen, dass Flüsse unter optimalen Bedingungen zu einer bemerkenswerten Selbstreinigung fähig sind", sagte Schneider. Um die Selbstreinigung der Gewässer zu unterstützen und die wertvollen Flusslandschaften langfristig zu schützen, bedürfe es eines international abgestimmten Plans. Der WWF begrüßte in diesem Zusammenhang die Einsetzung einer "Task Force" durch die EU. An dieser Expertengruppe beteiligen sich auch die Regierungen von Ungarn und Rumänien sowie der WWF. Philip Weller, Leiter des WWF-Donau-Karpaten-Programms und selbst Mitglied der EU-Task Force, unterstrich: "Wir brauchen ein sorgfältig ausgearbeitetes Programm, das den Sachverstand der vielen beteiligten Organisationen bündelt und ihren Einsatz koordiniert." Diese Rolle könne von der internationalen Task Force übernommen werden. Der WWF kündigte an, sich auch in Zukunft mit aller Kraft dafür einzusetzen, dass in den vergifteten Flüssen wieder intakte Lebensräume entstehen. Die Basis dafür hatte das WWF-Auen-Institut bereits im letzten Jahr erarbeitet. In einer umfassenden Studie wurde das ökologische Potenzial des Donaueinzugsgebiets erfasst. Im rumänischen Baia Mare brach Ende Januar der Deich des Abwasser-Speicherbeckens einer Goldmine. Die Giftflut ergoss sich in das rumänische Flüsschen Lapus und wälzte sich durch die Flüsse Somes, Theiß und Donau. Die Giftwelle hinterließ auf etwa 1.000 Kilometern eine Spur der Verwüstung. ots Originaltext: WWF Im Internet recherchierbar: http://recherche.newsaktuell.de Weitere Informationen und betacam-Material erhalten Sie bei: Anja Rech, Pressereferentin im WWF-Auen-Institut, Tel.: 0 72 22/38 07-14, Fax -99 E-Mail: rech@wwf.de, Internet: http://www.wwf.de Original-Content von: WWF World Wide Fund For Nature, übermittelt durch news aktuell

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