WWF World Wide Fund For Nature

Tankerunglück in der Ostsee
WWF: Schnelles Freischleppen verhinderte Ölpest

Stralsund (ots) - Der mit 55.000 Tonnen Öl beladene Tanker "Clement" in der Ostsee zwischen der dänischen Insel Falster und der deutschen Halbinsel Darß ist heute mittag freigeschleppt worden. "Durch das Freischleppen ist die Gefahr einer Ölpest an der Ostsee vorerst gebannt," sagte WWF-Experte Alfred Schumm erleichtert. "Auch wenn diese Havarie glimpflich verlaufen ist, ist das kein Grund zur völligen Entwarnung." Allein in den letzten zwei Jahren kam es zu acht Havarien in der Kadet-Rinne. Zuletzt war im November 1999 ein mit 60.000 Tonnen Öl beladener Tanker auf Grund gelaufen. "Zwei Tankerunfälle innerhalb von vier Monaten - das reicht! Ein Vorsorge- und Notfallkonzept für die Ostsee ist längst überfällig. Für die Kadet-Rinne sind eine engere Austonnung und bessere Kennzeichnung dringend nötig, um Unfällen besser vorzubeugen", sagte WWF-Experte Alfred Schumm. "Hier muss das Bundesverkehrsministerium endlich Nägel mit Köpfen machen und dies in Zusammenarbeit mit den Anrainerstaaten ohne langwierige Verhandlungen umgehend durchführen." Für eine bessere Schiffssicherheit in der Ostsee fordert der WWF: * Begrenzung der Größen der einzelnen Tanks auf 3000 Tonnen Fassungsvermögen. So kann sichergestellt werden, dass im Falle einer Havarie der Ölaustritt begrenzt wird. * Bereithalten von Tankschiffen mit ausreichender Leichterkapazität zum Abpumpen von Öl aus havarierten Schiffen in der Nähe gefahrenträchtiger Schiffsrouten. * Eine Anmeldepflicht der Schiffe in kritischen Gewässern ist nötig. Die Schiffsbewegungen können dann per Radarüberwachung ähnlich wie im Flugverkehr sicher gesteuert werden. Dies gewährleistet eine gute Gefahrenvorbeugung und bessere Hilfe in Notfällen. * Die Einrichtung besonders geschützter Meeresgebiete, durch die der Transport von Gefahrstoffen verboten ist. Seitens der Ostseestaaten (HELCOM) und WWF ist bereits ein Konzept für solche Gebiete vorgeschlagen worden. * Die Einführung des von WWF entwickelten Routensystems für sensible Gebiete in der Ostsee. Unter Berücksichtigung von Wetterverhältnissen, Strömung und Fahrtgeschwindigkeit kann so der Schiffsverkehr auf möglichst risikoarmen Routen um besonders sensible Gebiete herum geleitet werden. ots Originaltext: WWF Im Internet recherchierbar: http://recherche.newsaktuell.de Für Rückfragen wenden Sie sich bitte an: WWF-Projektbüro Ostsee, Alfred Schumm/Jochen Lamp, Tel: 03831-297018, 0170-5806437 Original-Content von: WWF World Wide Fund For Nature, übermittelt durch news aktuell

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