WWF World Wide Fund For Nature

WWF: Staustufe in der Weichsel darf nicht gebaut werden!

Rastatt (ots) - Die polnische Regierung entscheidet am kommenden Dienstag über den Bau einer neuen Staustufe in der Weichsel bei Nieszawa, obwohl der WWF (World Wide Fund for Nature) die Planung einer umweltverträglichen Alternativlösung finanziert hätte. "Eine Staustufe würde die einmaligen Naturschätze der Weichsel gefährden", warnte WWF-Experte Irek Chojnacki. Der WWF fordert die polnische Regierung auf, den Bau der Staustufe nicht zu genehmigen sondern eine umweltverträgliche Lösung zu suchen. Der polnische Umweltminister Tokarczuk hatte sich anfangs auch für eine Alternative ausgesprochen und wollte dabei die Ergebnisse des WWF-Projektes zur natürlichen und nachhaltigen Entwicklung des Weichseltales berücksichtigen. Er hatte auch zugesagt, einen Diskussionsprozess über die technische Umsetzung von Alternativen zu starten und Umweltorganisationen daran zu beteiligen. Umso verwunderlicher ist es, dass der Umweltminister jetzt eine Empfehlung für den Bau der Staustufe abgegeben hat, die vom Wirtschaftkomitee der polnischen Regierung bereits unterzeichnet wurde. Der Fluss Weichsel gehört zu den wenigen großen Fließgewässern Europas mit einem außergewöhnlichen, natürlichen Lebensraum mit Meandern, Steilufern, Altarmen und Sandinseln. Polen wurde deshalb von nationalen und internationalen Umweltorganisationen aufgefordert, diesen Fluss im Rahmen der Ramsar- und Bern-Konvention unter Schutz zu stellen. Die erste Staustufe in der Weichsel wurde 1970 bei Wloclawek, unterhalb von Warschau errichtet. Sie ist durch Erosion des Flussbettes unterhalb der Staustufe stark gefährdet. Oberhalb der Staustufe sind zur Zeit etwa 20 Millionen m_ giftige Sedimente abgelagert. Die polnische Regierung ist der Auffassung, dass die Staustufe bei Nieszawa nötig ist, um die Sicherheit für flussabwärts liegende Dörfer und Städte zu gewährleisten. "Der Bau der neuen Staustufe ist wirtschaftlich nicht begründet und eine Dringlichkeit besteht auch nicht. Die Staustufe bei Wlacawek ist schließlich erst an 41. Stelle auf der polnische Liste der sanierungsbedürftigen Staustufen", sagte Irek Chojnacki. ots Originaltext: WWF Im Internet recherchierbar: http://www.newsaktuell.de Weitere Informationen erhalten Sie bei: Irek Chojnacki, WWF-Programmkoordinator Polen, Tel.: 0172-3912530 Georg Rast, WWF-Referent für Wasserbau und Hydrologie, Tel.: 07222-380722, 07222-408091 Original-Content von: WWF World Wide Fund For Nature, übermittelt durch news aktuell

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