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Konsequenzen der Expertenkommission aus der Pallas-Havarie sind unzureichend
WWF: Wattenmeer ist schutzlos ohne Notfallschlepper

Husum (ots) - Die Konsequenzen aus der Pallas-Havarie, die gestern von der Expertenkommission des Bundesverkehrsministeriums vorgeschlagen wurden, reichen nicht aus. Der WWF kritisierte, dass die Kommission die weitere Stationierung eines leistungsfähigen Notfallschleppers in der Deutschen Bucht nicht für nötig hält. "Hier muss wohl der Sparwille des Auftraggebers die Feder geführt haben. Nirgendwo sonst an der Küste wird die unbedingte Notwendigkeit für einen solchen Schlepper bezweifelt", kritisierte Hans-Ulrich Rösner, WWF-Sprecher für den Wattenmeerschutz. Bislang liegt der Notfallschlepper "Oceanic" bei Helgoland ständig in Bereitschaft, seine Finanzierung wurde von der früheren wie der jetzigen Bunderegierung aber immer nur unwillig verlängert. Zuletzt konnte er im Dezember während des Orkans Anatol einen Frachter vor der Strandung auf Sylt retten. "Der WWF fordert den Bundesverkehrsminister auf, die "Oceanic" oder einen gleichwertigen Schlepper langfristig zu chartern, um rasch auf Schiffsunfälle in der Nordsee reagieren zu können", sagte Rösner. Der WWF hält es auch für einen Fehler, dass die Kommission auf den Vorschlag verzichtete, die dem Wattenmeer vorgelagerten Seegebiete international als "Besonders Empfindliches Meeresgebiet" auszuweisen. Nur so können die drei Wattenmeerstaaten effektive Schutzmaßnahmen gegen gefährliche Schiffe ergreifen. Der WWF bedauert, dass durch solche Mängel die ansonsten positiven Vorschläge der Expertenkommission in den Hintergrund rücken. Ausdrücklich begrüßt er den Vorschlag für einen neuen Handlungsgrundsatz, nach dem künftig die Abwehr von Gefahren für die Umwelt Vorrang vor der Sicherung von Sachwerten auf den Schiffen haben soll. "Es war überfällig, das Interesse der Küstenbewohner über das Einzelinteresse von Schiffseignern zu stellen", so Hans-Ulrich Rösner. Auch der Vorschlag der Kommission für die Einführung eines zentralen Havariekommandos und eine künftig stärkere Berücksichtigung der Ostsee bei allen Maßnahmen, entspricht den Forderungen des WWF. ots Originaltext: WWF Im Internet recherchierbar: http://www.newsaktuell.de Für Rückfragen wenden Sie sich bitte an: WWF-Projektbüro Wattenmeer Dr. Hans-Ulrich Rösner, 04841-62073 oder 0171-7010383 Original-Content von: WWF World Wide Fund For Nature, übermittelt durch news aktuell

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