WWF World Wide Fund For Nature

WWF fordert schnelle Hilfe für tote Flüsse
Erste verendete See-Adler gefunden
Alle Lebewesen von Algen bis zu Adlern und Bibern von Giftflut bedroht

Rastatt, Gland (ots) - Die internationale Umweltorganisation World Wide Fund For Nature (WWF) ermahnte heute die Regierungen von Ungarn und Rumänien, die Umweltkatastrophe an den Flüssen Theiß und Donau nicht zu unterschätzen. Spezialisten müsse sofortiger Zugang zu den Flüssen gewährt werden, außerdem müsse man sie mit allen erdenklichen Mitteln unterstützen. "Alleine die Bekanntgabe des Unglücks wurde viel zu lange hinausgezögert", sagte Dr. Erika Schneider, Projektleiterin Donau im WWF-Auen-Institut. "Die Regierungen müssen jetzt sofort reagieren, nicht erst nächste Woche." Der WWF forderte die Regierungen auf, das Ausmaß der Katastrophe zu ermitteln und schnellstmöglich einen Aktionsplan zu erstellen, damit das Leben in die Flüsse zurückkehren kann. Der betroffene Fluss Theiß, der zweitlängste Fluss Ungarns, war bis zu diesem Unfall ein besonders artenreiches Gewässer. Von den 29 Fischarten, die in Ungarn geschützt sind, lebten allein 19 im Oberlauf der Theiß. Inzwischen wurden deutlich mehr als 100 Tonnen tote Fische aus den verseuchten Flüssen geborgen. Doch nicht nur Fische sind betroffen: Allein das Zugrundegehen der Kleinstorganismen wie Algen, Wasserflöhen und Wasserinsekten bedeutet eine Katastrophe für das Ökosystem, weil sich Tiere wie Fische, Krebse und Frösche davon ernähren. Diese Tiere wiederum werden von Seeadlern, Reihern, Bibern, Ottern und anderen größeren Tieren gefressen. "Das Gift breitet sich in der ganzen Nahrungskette aus und führt bei den Tieren zu einem erbärmlichen Tod," beschrieb die Biologin Schneider die Folgen. "Es wurden bereits zwei tote See-Adler gefunden." Die wahren Ausmaße der Katastrophe könne man erst im Frühjahr ermitteln, sagte Schneider. "Doch wir wissen bereits, dass es viele Jahre dauern wird, bis wieder Leben in die Flüsse zurückkehren kann." Bei einer Giftkatastrophe im Nordwesten Rumäniens waren am 30. Januar etwa 100.000 m3 Schadstoffe in Zuflüsse der Donau geflossen. Die Giftflut, kontaminiert mit hochgiftigen Cyaniden und Schwermetallen, gelangte in die Theiß und von dort in die Donau. Die Flüsse sind auf über 700 Kilometern verseucht. ots Originaltext: Umweltstiftung WWF-Deutschland Im Internet recherchierbar: http://www.newsaktuell.de Weitere Informationen erhalten Sie bei: Dr. Erika Schneider, WWF-Projektleiterin Donau-Delta, Tel.: 0 72 22/38 07-21 Anja Rech, Pressereferentin im WWF-Auen-Institut, Tel.: 0 72 22/38 07-14, Fax -99 E-Mail: rech@wwf.de, Internet:http://www.wwf.dk/freshwater/donanaspill.html Dort finden Sie die Studie "Toxic waste storage sites in EU countries". Original-Content von: WWF World Wide Fund For Nature, übermittelt durch news aktuell

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