WWF World Wide Fund For Nature

WWF fordert mehr Wasser für die Donau bei Gabcikovo
Neue Diskussionen um alten Streit über slowakisch-ungarisches Kraftwerk

Rastatt, Wien, Budapest (ots) - Neue Diskussionen gibt es derzeit um einen alten Konflikt zwischen Ungarn und der Slowakei: Anlässlich einer internationalen Tagung in Budapest betonte der World Wide Fund For Nature (WWF), dass es für den Streitfall um das Donau-Kraftwerk bei Gabcikovo nur eine wirklich naturverträgliche Lösung gibt: Es muss wieder mehr Wasser in das alte Bett der Donau. 1992 nahm die Slowakei das Wasserkraftwerk Gabcikovo in Betrieb und lenkte eigenmächtig die Donau aus dem Flussbett heraus in einen Kanal um. Ungarn erhob dagegen Einspruch, der Fall gelangte bis vor den Internationalen Gerichtshof in Den Haag. Dieser ermahnte die beiden Regierungen 1998, eine umweltverträgliche Lösung zu finden. Es liegen mehrere Lösungsvorschläge vor, einen davon hat der WWF erarbeitet. Diese Vorschläge sind nun unter anderem Gegenstand einer Fachtagung zu Flussrenaturierung und Wasserstraßen, die am 21. und 22. Januar in Budapest stattfindet. Der Staudamm und der Ableitungskanal, den die Slowakei zum Betreiben des Kraftwerks baute, haben folgenschwere Auswirkungen auf die über 8.000 Hektar großen Auengebiete. Da ein Großteil des Flusswassers durch den Kanal geleitet wird, sind für das eigentliche Flussbett nur noch etwa 20 Prozent der ursprünglichen Menge übrig. In der Folge sinkt auch der Grundwasserspiegel, und die wertvollen Auenwälder zeigen erste Trockenschäden. Laut der Studie des WWF müssten wieder zwei Drittel der ursprünglichen Wassermenge durch das alte Flussbett fließen. "Nur mit mehr Wasser kann das Leben in die Auen zurückkehren", sagte Prof. Emil Dister, Leiter des WWF-Auen-Instituts. Das Flussbett müsse dazu auch verengt werden. Außerdem müsse gesichert sein, dass Hochwasser in die Auen gelange. "Die Lebensgemeinschaften in der Donau sind auf regelmäßige Überflutungen angewiesen", unterstrich Dister. Im Vergleich zu den anderen diskutierten Möglichkeiten sei diese die einzige, die alle ökologischen Faktoren berücksichtige und damit eine Renaturierung gewährleiste. ots Originaltext: WWF Im Internet recherchierbar: http://www.newsaktuell.de Weitere Informationen erhalten Sie bei: Anja Rech, Pressereferentin im WWF-Auen-Institut, Tel.: 0 72 22/38 07-14, Fax -99 E-Mail: rech@wwf.de, Internet: www.wwf.de Original-Content von: WWF World Wide Fund For Nature, übermittelt durch news aktuell

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