WWF World Wide Fund For Nature

Waldschutz in Deutschland nur mittelmäßig
Umbau in naturnahe Mischwälder jedoch vorbildlich
WWF legt Europäische Waldbilanz vor

Frankfurt (ots) - Deutschland liegt bei den Anstrengungen zum Schutz der Wälder im Vergleich mit 20 europäischen Ländern nur im Mittelfeld. Dies ist das Ergebnis einer Studie der Umweltstiftung WWF-Deutschland. Pluspunkte sammelt die Bundesrepublik vor allem im sozio-kulturellen Bereich und bei der Bewirtschaftungsweise, negativ wirkt sich der Mangel an Schutzgebieten und die Luftverschmutzung aus. Gute Resultate zeigt Deutschland bei der Erholungsfunktion des Waldes. "Dass der Wald für die Bevölkerung zugänglich und als Erholungsraum nutzbar ist, regeln nicht nur Gesetze, sondern es wird auch in die Praxis umgesetzt", lobte Ellen von Zitzewitz, Waldexpertin des WWF. Ebenfalls zu den positiv bewerteten Sozialleistungen des deutschen Forstes gehört der Schutz der Gewässer im Wald. Gut schneidet Deutschland auch bei der Bewirtschaftungsform ab: In den Wäldern wird nicht mehr Holz geschlagen als jährlich nachwachsen kann. Positiv beurteilt wurde ebenfalls, dass naturferne Forste großflächig zu naturnahen Mischwäldern entwickelt werden. "Damit erfüllt die deutsche Forstwirtschaft schrittweise die Forderung nach umweltverträglicher Nutzung", kommentierte von Zitzewitz. "Allerdings sind noch weitere Anstrengungen nötig." Nachholbedarf besteht jedoch bei der Ausweisung von Schutzgebieten. Weniger als ein Prozent der deutschen Wälder ist von der Nutzung ausgenommen und steht Tieren und Pflanzen als ungestörter Lebensraum zur Verfügung. Der WWF fordert, dass sich dieser Anteil deutlich erhöhen muss. Totholz, auf das viele Tierarten angewiesen sind, ist im deutschen Wirtschaftswald nach wie vor viel zu selten. Und schließlich verzeichnet die Studie immer noch eine immens hohe Belastung durch Luftverschmutzung, vor allem durch Stickoxide. Die europäische Waldrangliste des WWF liefert die einzigen vergleichbaren Informationen zur Beurteilung der Forstwirtschaft in 20 europäischen Ländern. Die Bewertungen richten sich nach den Zielen, die sich die Länder anhand internationaler Vereinbarungen selbst gesetzt haben. Dabei macht die Bilanz auf modellhafte Beispiele aufmerksam, in denen bereits ein verbesserter Umgang mit dem Wald praktiziert wird. Im Vergleich der europäischen Länder belegt Deutschland, trotz seines Wohlstandes und des in der Bevölkerung gut ausgebildeten Umweltbewusstseins, nur das Mittelfeld. Per Rosenberg, Vorsitzender des Europäischen Waldprogramms des WWF, kommt zu dem Schluss, dass alle europäischen Länder ihre Wälder vernachlässigen. Selbst die Schweiz, die an der Spitze steht, erhielt nur 62 von 100 Punkten. "Der Durchschnitt liegt bei 52 Punkten - das ist viel zu niedrig!", kritisierte Rosenberg. "Alle untersuchten Staaten müssen ihren Waldschutz in vielen Punkten verbessern", mahnte er. ots Originaltext: WWF Im Internet recherchierbar: http://www.newsaktuell.de Weitere Informationen erhalten Sie bei: Ellen von Zitzewitz, WWF-Referentin f. europ. Forstpolitik, Tel.: 0170-47 65 664 Anja Rech, Pressereferentin im WWF-Auen-Institut, Tel.: 0 72 22/38 07-14, Fax -99 E-Mail: rech@wwf.de, Internet: www.wwf.de Original-Content von: WWF World Wide Fund For Nature, übermittelt durch news aktuell

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