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Westfalen-Blatt: Das WESTFALEN-BLATT (Bielefeld) zu Mitbestimmung bei Siemens

    Bielefeld (ots) - Viele Unternehmer mögen Gewerkschaften und Betriebsräte so gern wie Lebertran. Die wollen immer mitreden, sperren sich gegen Personalabbau und Mehrarbeit. Auf der Suche nach der Antwort auf die Frage, wie man die Gewerkschaften entmachten kann, hat sich Siemens auf das Erfolgsrezept der Herrscher der Antike besonnen. Die verfuhren nach dem Motto »Teile und herrsche«. Und so bezahlte Siemens den Lobbyisten Schelsky mit Millionen dafür, dass er eine arbeitgeberfreundliche Konkurrenzorganisation zur IG Metall aufbaute, die AUB. Beide sollten sich gegenseitig beharken und sich damit lähmen. Das Kalkül von Siemens ging nicht auf. Als die Schmiergeldzahlungen aufflogen, hat das Ansehen des Elektronikriesen noch mehr gelitten. Erst die Pleite von BenQ, dann die Geständnisse von Managern, für Aufträge in Italien Provisionen gezahlt zu haben, und jetzt das Fiasko AUB. Man ist geneigt, AUB mit »Au Backe« zu übersetzen. Für Volkswagen haben die Enthüllungen bei Siemens etwas Gutes: Der Autobauer steht nicht länger allein da als Konzern, der sich das Wohlwollen von Betriebsräten und Funktionären mit Geld und Lustreisen sichern wollte. Natürlich sind Gewerkschaften und Betriebsräte bisweilen uneinsichtig und hemmen das Fortkommen einer Firma. Trotzdem sind die Machenschaften von Siemens und VW inakzeptabel. Mitbestimmung ist ein Grundpfeiler der Demokratie.

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