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Westfalen-Blatt: Das WESTFALEN-BLATT (Bielefeld) zu Philipp Lahm

Bielefeld (ots) - Fußballer des Jahres hat der FC Bayern genug hervorgebracht. Früher hießen die Beckenbauer, Müller, Maier oder Breitner. Später Matthäus, Kahn, Ballack, Ribéry, Robben, Schweinsteiger, Neuer und Boateng. Warum es Philipp Lahm nie schaffte? Weil seine über die Jahre immer selbstverständlicher werdenden Leistungen irgendwann als so normale Weltklasse angesehen wurden, dass sie für eine besondere Würdigung nicht mehr in Frage kamen. Der große Zuverlässige des deutschen Fußballs wird nun aufhören. Hoffenheims noch junger Trainer Julian Nagelsmann hat es sehr treffend beschrieben, wer denn da abtritt. Wenn einer 60 Mal pro Spiel einem Robben hinterlaufe, nur zweimal den Ball bekomme und trotzdem den Mund halte, sagte Nagelsmann, dann zeige das, welch Charakter Philipp Lahm sei. Dabei sollte man den bodenständigen Bayern, der in seiner Karriere nie weiter weg war als in Stuttgart, aber nicht unterschätzen. Für ein provokantes Interview drückten ihm die Bayern 50 000 Euro Strafe auf. Und als Platzhirsch Ballack wieder die Kapitänsbinde in der Nationalmannschaft beanspruchte, gab Lahm sie nicht mehr her. Der Mann weiß, was er will. Und er hinterlässt eine beträchtliche Lücke. Es bleibt eine letzte Gelegenheit, Philipp Lahm mit der Wahl zum Fußballer dieses Jahres die Ehre zu erweisen.

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