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Westfalen-Blatt: zur Flugverbotszone über Syrien

Bielefeld (ots) - Der Vorschlag, über Syrien eine Flugverbotszone einzurichten, ist gut gemeint - dürfte aber kaum umzusetzen sein. Am Himmel über dem Bürgerkriegsland kreist zuviel Unheil von zu vielen beteiligten Gruppen. Syrische, russische, US-amerikanische und türkische Bomber dominieren den Luftraum. Wer soll kontrollieren, ob die Kampfjets dieser vier Kriegsparteien abheben oder am Boden bleiben? Und vor allem: Wer wäre bereit, eine F-16 oder Su-24 vom Himmel zu holen und damit eine weitere Eskalation des Konflikts zu riskieren? Nach dem Abschuss einer russischen Militärmaschine durch die Türkei, die Tötung von mehr als 60 syrischen Soldaten durch US-Bomber und den Beschuss des UN-Hilfskonvois mit 20 Opfern durch mutmaßlich russische oder syrische Bomber ist das Vertrauen in Absprachen und Vereinbarungen dahin. Dass in Libyen 2011 auch die Flugverbotszone zum Sturz des Diktators Gaddafi geführt hat, ist nicht auf Syrien übertragbar. In Libyen hat die internationale Gemeinschaft relativ geschlossen agiert. Das ist in Syrien nicht so.

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