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Westfalen-Blatt: Das WESTFALEN-BLATT (Bielefeld) zu dem Burka-Verbot

Bielefeld (ots) - Wer in Cannes in einem zweiteiligen Schwimmanzug, dem Burkini, am Strand baden geht, bekommt ein Knöllchen über 42 Euro. Cannes' Bürgermeister hält wie die Mehrheit seiner Landsleute die Verschleierung der Frauen für »ein Symbol des islamischen Extremismus«. Diese Ansicht ist kein Ergebnis der jüngsten Terrorakte. Schon seit 2011 gibt es in Frankreich ein Burka-Verbot. Ob es Terrorakte verhindert hat, weiß niemand. Und sowohl in Frankreich als auch in Deutschland betrifft ein Verbot nur eine absolute Minderheit. Dennoch ist die Frage für die allgemeine Sicherheit von Belang. In Frankreich hat dieser Aspekt zum Verbot geführt. Hier ist ein Burka-Verbot umstritten. Freilich würde das ein Durchgreifen signalisieren und so eine psychologische Wirkung entfalten. Man kann das als Populismus bezeichnen. Aber ist das Volk nicht der Souverän? Und sind Symbole nicht auch Hoheitszeichen? Viel wäre gewonnen, wenn die Repräsentanten des Souveräns sich stärker über die Grenzen hinweg abstimmten. Denn der Terrorkrieg ist ein europäisches, kein nationales Phänomen.

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