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Westfalen-Blatt: Das WESTFALEN-BLATT (Bielefeld) zum Thema Konzerngewinne

Bielefeld (ots) - Ein großer Wurf sieht zweifellos anders aus. Dennoch erscheint das, was die Brüsseler EU-Kommission nun an Lehren aus den Steueraffären der EU vorgelegt hat, zumindest ein brauchbarer Ansatz zu sein. Kritiker werden einwenden, dass die geforderten Zahlen auch bisher verfügbar waren, wenn man sich die Mühe machte, Handelsbilanzen und Unternehmensberichte durchzuarbeiten. Aber künftig sollen Kurzreports erstellt werden, anschaulich, leicht lesbar und vor allem - denn das ist wirklich neu - für jedes Mitgliedsland, in dem eine Firma Geschäfte macht.

Diese Berichte entsprechen der Zusage Brüssels, für Klarheit und Transparenz zu sorgen. Das ist richtig. Doch in der Sache kommt dem bereits vereinbarten Informationsaustausch der Finanzbehörden untereinander eine weitaus wichtigere Funktion zu. Denn nur so können die Behörden erfahren, welche geschäftliche Tätigkeit bereits gemeldet und wie hoch sie mit Steuern belegt wurde.

Dennoch ist der Versuch, mehr Transparenz zu schaffen, zweifellos richtig. Denn dass sich die EU-Partner gegenseitig lukrative Steuerzahler wegnehmen und damit jährlich Mindereinnahmen der Staaten von bis zu 70 Milliarden Euro verursachen, ist weder einzusehen noch nachzuvollziehen.

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