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Westfalen-Blatt: Das WESTFALEN-BLATT (Bielefeld) zum Asylurteil

Bielefeld (ots) - Es ist ein mutiges Urteil, dass die Luxemburger Richter gesprochen haben. Mitten in der aufgeheizten Debatte um den Umgang mit Flüchtlingen erinnert das höchste europäische Gericht daran, dass sich die EU-Staaten darauf verständigt haben, keinen Zuwanderer zu diskriminieren - auch die nicht, die kein Asyl zugesprochen bekamen, aber wegen Gefahr für Leib und Leben nicht abgeschoben werden dürfen. Selbst ihnen billigen die Juristen das Recht zu, an unserer wichtigsten Freiheit teilzuhaben: der Freiheit, sich zu bewegen und selbst zu entscheiden, wo man leben möchte. Dass der Hof den Behörden dennoch das Recht gibt, im Sinne der Integration jede Ghetto-Bildung zu verhindern, die aller Integration entgegenstehen könnte, bedeutet viel.

Denn damit wächst die Verantwortung des Staates und seiner Verwaltung für die große Aufgabe, die Zuwanderer hierzulande heimisch zu machen. Das ist ein wertvolles Instrument, mit dem man allerdings auch behutsam umgehen muss. Denn wo Familien wieder zusammenleben wollen, darf die Regierung nicht mit Willkür dazwischen gehen. Und wo sich Freunde oder Verwandte bei der Integration helfen könnten, ist Augenmaß bei behördlichen Entscheidungen gefordert. Das ist kein leichtes Urteil für ein Gastgeber-Land.

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