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Westfalen-Blatt: Das WESTFALEN-BLATT (Bielefeld) zur Anlageberatung

Bielefeld (ots) - Bürokratieabbau ist ein hehres Ziel - doch sollte man damit besser keine Ministerialbeamten beauftragen. Der vom Bundesfinanzministerium vorgelegte Referentenentwurf für ein Gesetz, mit dem das bisherige Beratungsprotokoll für Anlagegespräche abgeschafft werden soll, stößt jedenfalls bei den Banken auf herbe Kritik. »Das ist ja sogar mehr, statt weniger Bürokratie«, heißt es.

Den Anstoß zur ursprünglichen Regelung gaben Forderungen von Verbraucherschützern, die zu Recht Fälle von auffälliger Falschberatung heftig kritisiert hatten. Herausgekommen ist allerdings nun ein Fragebogen, der so umfangreich ist, dass er Kunden wie Bankberater gleichermaßen nervt. So kommt es, dass diejenigen, die es sich leisten können, heute lieber einen Vermögensverwalter beauftragen oder gar einstellen. Das erspart ihnen, jeden kleinen oder mittleren Aktienkauf persönlich absegnen zu müssen.

Zeit ist Geld - nicht nur für Millionäre und Milliardäre. Die jetzt im Gesetzentwurf vorgesehene Geeignetheitserklärung spart weder Zeit noch Nerven. Richtig wäre eine möglichst detaillierte Vereinbarung, was ein Bankberater tun darf und was nicht. Die Freiheit, die ihm dies verschaffen würde, wäre natürlich mit größerer Verantwortung verbunden - und mit einem höheren Haftungsrisiko.

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