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Westfalen-Blatt: Das WESTFALEN-BLATT (Bielefeld) zu dem Anschlag in der Türkei

Bielefeld (ots) - Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) hat den Hinterbliebenen der Opfer des Anschlags in der Türkei sein Mitgefühl ausgedrückt. Das gehört sich so für Deutschlands obersten Diplomaten. Dass Steinmeier einen Atemzug später die Türkei einen im Kampf gegen den Terrorismus »ganz wichtigen Partner« nennt, wirkt auf den ersten Blick gewagt. Denn die Türkei hat Dschihadisten aus Westeuropa bislang eher als sicheres Transitland auf dem Weg nach Syrien und in den Irak gedient. Steinmeiers Worte sind nicht als Lob, sondern als Aufruf an die Regierung in Ankara zu verstehen: Die Türkei muss endlich aufwachen und beim Kampf gegen den »Islamischen Staat« (IS) helfen. Noch fällt es Präsident Erdogan und seiner islamisch geprägten AKP schwer, gegen sunnitische Glaubensbrüder die Waffen zu erheben. Der türkische Machthaber hat den IS-Vorstößen bislang weitgehend zugeschaut, weil vor allem auch Kurden zu den Feinden der Islamisten-Milizen gehören. Und ein Kurdenstaat gilt in Ankara als große Gefahr, jedenfalls größer als der IS. Mit dem Anschlag von gestern sollte Erdogan dieses Denken aufgeben. Denn der IS ist in der Türkei längst angekommen - nicht nur an der Grenze zu Syrien.

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