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Westfalen-Blatt: zum Tönnies-Streit

Bielefeld (ots) - Wenn zwei sich streiten, freut sich die Konkurrenz. Natürlich ist es wichtig, wer das Sagen hat. Und natürlich hat Clemens Tönnies als unternehmerischer Erbe seines Bruders Unglaubliches geleistet. Aus fast Nichts formte den größten deutschen Fleischkonzern. Die Frage, ob Robert Tönnies dies auch gekonnt hätte, stellt sich nicht. Er war zu jung. Allerdings kann ein Manager noch so erfolgreich sein. Die Macht hat der Eigentümer. Und zweifelt er an der Loyalität, kann er natürlich die Machtfrage stellen. Robert Tönnies wirft seinem Onkel groben Undank vor. Viele außenstehende Beobachter empfinden eher das Verhalten des Neffen als groben Undank. Wie dem auch sei: Der Bielefelder Richter hat schon deutlich gemacht, dass sich das Verfahren über Jahre hinziehen kann - Jahre, in denen jede unternehmerische Entscheidung und jede Bilanz in Frage gestellt werden können. Das ist vielleicht im Interesse der Konkurrenten - aber nicht der Belegschaft, Lieferanten und Kunden. Von den Problemen in Russland über Arbeitsschutz bis zu Änderungen im Ernährungsverhalten sind die Herausforderungen zu groß, als dass sich Tönnies den Streit leisten kann. Alles andere als die angelaufenen Gespräche über einen Interessenausgleich wäre in hohem Maße unvernünftig.

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