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Westfalen-Blatt: Das WESTFALEN-BLATT (Bielefeld) zur deutschen Sprache

Bielefeld (ots) - Als Hans Zehetmair noch für die CSU im bayerischen Landtag saß, vertrat er Ansichten, die, gelinde gesagt, von vorgestern waren. Jetzt wieder - keineswegs zum ersten Mal - gibt sich der Chef des Rechtschreibrats auch in Sprachfragen als Hinterwäldler zu erkennen. Der Mann, der sich rühmt, das Portemonnaie vor dem Portmonnee gerettet zu haben, sähe offenbar moderne Kommunikationskanäle gerne verstopft. Abkürzungen und Satzfragmente, wie sie bei Twitter und per SMS versendet werden, beobachtet er mit Grausen. Zehetmair zupft die alte Leier: Schuld ist, was ich nicht verstehe. Internet & Co. Unsere Sprache hätte Fürsprecher bitter nötig. Allerdings welche, die im Hier und Jetzt leben. Ihre Verderber lauern nicht im Netz, sie hocken an den Konferenztischen, an denen seit fünf Jahrzehnten das deutsche Bildungssystem geschreddert wird. Der theorieversessene Pädagoge und der ahnungslose Politiker haben die Defizite im Sprachgebrauch zu verantworten. Was war Zehetmair mal? Kultusminister? Tja, schon damals hat man den Bock zum Gärtner gemacht.

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