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Westfalen-Blatt: Das WESTFALEN-BLATT (Bielefeld) zu Cornelius Gurlitt

Bielefeld (ots) - So bitter das klingen mag: Der Tod des Kunstbesitzers Cornelius Gurlitt kommt der Augsburger Staatsanwaltschaft gelegen, denn mit dem Ableben des 81-Jährigen enden die Ermittlungen, ohne zu einem Ergebnis gekommen zu sein.

Hätte die Staatsanwaltschaft irgendwann das Verfahren wegen erwiesener Unschuld einstellen müssen, sie hätte viel erklären müssen. Etwa, warum sie dem alten Mann vor Jahren 1406 Bilder weggenommen hat, ohne dass es einen Hinweis dafür gab, dass die Werke durch eine Straftat in Gurlitts Besitz gekommen waren. Es gab nur den diffusen Verdacht, Gurlitt habe Raubkunst versteckt, was aber wohl auch längst verjährt gewesen wäre.

Die Justiz ermittelte nur im Schneckentempo. Wie praktisch, dass der scheue Senior keinen Anwalt hatte, der Druck gemacht hätte! Erst als Reporter den Fall öffentlich machten, kam Bewegung in die Sache - und Gurlitt erhielt vier Wochen vor seinem Tod alle Bilder zurück, die bis auf wenige, die noch überprüft werden, als sein rechtmäßiges Eigentum gelten.

Der Fall Gurlitt - er ist kein Ruhmensblatt für unseren Rechtsstaat.

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