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Westfalen-Blatt: Das WESTFALEN-BLATT (Bielefeld) zum Fall Polanski

Bielefeld (ots) - Hatte er Sex mit einer Minderjährigen? Ja. Das hat Roman Polanski vor gut 30 Jahren gestanden. Hat er eine Strafe verbüßt? Ja, sagt der heute 76 Jahre alte Star-Regisseur, und verweist auf eine Zusage, die ihm 1977 vom zuständigen Richter gegeben worden sei. Absprachewischiwaschi statt Urteil: Als der Richter es sich damals doch noch anders überlegte, packte Polanski fluchtartig die Koffer. Wohl auch, weil er selbst wusste, dass seine Buße deutlich zu knapp ausgefallen war. Doch immerhin stützte selbst der damals zuständige US-Staatsanwalt zuletzt 2008 Polanskis Version vom »Justizskandal«: Zusage sei nunmal Zusage. Justitia selbst ist nun im Fall Polanski abermals die große Verliererin. Die US-Strafverfolger, die ihn seit 33 Jahren mit Haftbefehl jagten, blieben den Beweis schuldig, warum sie das taten. Die Schweizer Justiz, des vorauseilenden Gehorsams gescholten, ließen sie damit hochnotpeinlich im Stich. Und nicht einmal Polanski hat mit der jüngsten Entwicklung Ruhe. Er ist zwar wieder frei - doch in den USA bleibt er auf der Fahndungsliste. Und damit auch auf der Flucht.

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