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Westfalen-Blatt: Das WESTFALEN-BLATT (Bielefeld) zu den Spitzeleien bei der Bahn

    Bielefeld (ots) - Lieber heute als morgen würde die Bundesregierung Bahnchef Hartmut Mehdorn aus dem Zug weisen. Doch so kurz vor der Bundestagswahl ist eine derart wichtige Personalentscheidung kaum sinnvoll. Aber dann. Gründe für einen Rauswurf gibt es neben dem mehrfach verschobenen Börsengang und der misslungenen Preispolitik genug. Nach dem neuerlichen Bespitzelungsskandal dürfte er letzte Fürsprecher in der Politik verloren haben. Die Bundeskanzlerin und der Verkehrsminister verlangen wie immer in diesen Fällen »lückenlose Aufklärung« und Mehdorn macht deutlich, dass er keine Einmischung der Politik wolle. Nicht nur Datenschützer und Gewerkschafter empören sich, dass 170000 Bahn-Mitarbeiter überwacht wurden. Mehdorn hätte das Büßerhemd anziehen können. Doch er legt nach und sagt, die Bahn werde auch künftig an der Massenüberwachung festhalten. Ist diese Sturheit noch zu überbieten? Und wenn es stimmt, dass der Auslöser der Bespitzelung die Anzeige eines Bahnmitarbeiters gegen Mehdorn wegen Steuerhinterziehung gewesen sein soll, hat er seine dienstliche Stellung für private Interessen ausgenutzt. Der Staatsanwalt, der die Spitzelei  aufklären soll, kann in Mehdorns Vorstandsbüro beginnen.

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