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Westfalen-Blatt: Das WESTFALEN-BLATT (Bielefeld) zum Attentat in Fürstenzell

    Bielefeld (ots) - Jahrzehntelang war die Rote-Armee-Fraktion das Synonym für Terrorismus in Deutschland. Dann mussten wir den islamistischen Terror kennenlernen, vor dem unser Land nur durch viel Glück verschont geblieben ist: Die Kofferbomben in zwei nordrhein-westfälischen Regionalzügen zündeten 2006 nicht, und ein Jahr später wurde im Sauerland eine Terrorgruppe ausgehoben, bevor sie den Bau einer riesigen Bombe beenden konnte. Spätestens seit dem Wochenende wissen wir, dass es bei uns auch rechte Terroristen gibt, die unseren Staat bekämpfen: Neonazis sollen für den Mordanschlag auf Passaus Polizeichef verantwortlich sein. Es ist möglich, dass die Generalbundesanwaltschaft heute die Ermittlungen übernimmt, denn viel schwerwiegender als dieses Attentat kann eine politisch motivierte Straftat nicht sein. Der Mordanschlag darf in seiner Wirkung auf die rechtsextreme Szene nicht unterschätzt werden. Er könnte als Fanal gewertet werden, dass man lange genug Propaganda betrieben hat und nun die Zeit für Taten gekommen ist. Nur ein schneller Ermittlungserfolg kann vielleicht noch bewirken, dass der rechte Terror sich jetzt in einer Art Euphorie weiter ausbreitet.

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