Westfalen-Blatt

Westfalen-Blatt: Das WESTFALEN-BLATT (Bielefeld) kommentiert:

    Bielefeld (ots) - Journalisten sollen nicht alles wissen. Getreu diesem Motto versuchen Unternehmen, den Informationsfluss zu steuern, auf so genannte Presseabteilungen zu verengen und undichte Stellen, beispielsweise im Betriebsrat, trockenzulegen. Schließlich bedeuten Stellenabbau und Misswirtschaft negative Schlagzeilen. Die Telekom hat die auch anderswo praktizierte Bespitzelung in größerem Maßstab betrieben. Ausgerechnet ein Unternehmen, das mit Telefondaten äußerst sensibel umgehen sollte, hat Gespräche seiner Manager und Aufsichtsräte mit Journalisten ausgespäht. Nach dem Sturzflug der T-Aktie und dem umfangreichen Personalabbau verliert die Telekom erneut an Ansehen. Pikanterie am Rande: René Obermann, der die Suppe auslöffeln muss, ist mit der ZDF-Journalistin Maybrit Illner liiert und wird sich unangenehme Fragen anhören müssen. Der Skandal bei der Telekom bedeutet Wasser auf die Mühlen der Gegner der sechsmonatigen Vorratsdatenspeicherung von Internet- und Telefonverbindungen. Wenn massenhaft Gespräche gespeichert werden, wachse die Gefahr von Datenmissbrauch, argwöhnt die Opposition in Berlin. Der Fall Telekom gibt ihr Recht.

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