ZF Friedrichshafen AG

Erfolgreich, technologiestark, unabhängig: 100 Jahre ZF Friedrichshafen AG

Erfolgreich, technologiestark, unabhängig: 100 Jahre ZF Friedrichshafen AG
Ausführung BMW. Erstes ZF-Pkw-Automatgetriebe, Serie ab 1965; für Hubraum zwischen 1,5 und 2,2 Litern / Weiterer Text über ots und www.presseportal.de/nr/66240 / Die Verwendung dieses Bildes ist für redaktionelle Zwecke honorarfrei. Veröffentlichung bitte unter Quellenangabe: "obs/ZF Friedrichshafen AG"

Friedrichshafen (ots) - Im Jahr 2015 feierte die ZF Friedrichshafen AG ihr hundertjähriges Firmenjubiläum. Im Verlauf seiner langen Geschichte hat sich das Unternehmen von einem Luftfahrt-Spezialisten mit regionalen Wurzeln zu einem internationalen Technologiekonzern entwickelt, der heute im weltweiten Markt der Mobilitätsbranche aktiv ist. Seinen wirtschaftlichen Erfolg begründete und untermauerte der Konzern mit vielen technologischen Innovationen, aber auch durch frühe Weichenstellungen in aussichtsreichen Marktregionen und nicht zuletzt durch Zukäufe. Im Jubiläumsjahr setzte ZF mit der Übernahme des US-amerikanischen Zulieferers TRW Automotive zum Sprung in die Spitze der globalen Automobilzulieferer an.

Gegründet wurde ZF 1915 als "Zahnradfabrik GmbH" in der Stadt Friedrichshafen am Bodensee, die damals ein Technologiepark für die Luftfahrtindustrie war: Um die dort ansässige Luftschiffbau Zeppelin (LZ) GmbH hatte sich ein Konglomerat von Partnerfirmen gebildet, an denen die LZ beteiligt war - so auch im Fall der "Zahnradfabrik". Das neue Unternehmen befasste sich in den Jahren 1916 bis 1918 vor allem mit der Entwicklung, Erprobung und Herstellung von Getrieben für den Luftschiffbau und Flugzeuggetrieben. Ein in exklusiver Lizenz genutztes Verfahren zur Herstellung von Zahnrädern - es kam von dem Schweizer Ingenieur Max Maag - erwies sich auch über die Luftfahrtindustrie hinaus als innovativ. Es ermöglichte dem Unternehmen, nach 1919 auch die Nachfrage nach leisen und bedienungsfreundlicheren Getrieben für Automobile zu bedienen. ZF wurde zu einem Zulieferunternehmen der Automobilindustrie. Entwicklungen und Konstruktionen des ersten Geschäftsführers und späteren Vorstands und Firmenlenkers Alfred Graf von Soden-Fraunhofen erwiesen sich dabei als wegweisend: Mit Soden-Getriebe, Aphongetriebe und auch mit dem Einheitsgetriebe legte er den Grundstein zu ersten Produkterfolgen, mit denen ZF auch die Kapitalsorgen des Gründungsjahrzehnts hinter sich lassen konnte und die Weltwirtschaftskrise nach 1929 überstand.

Mit der Machtübernahme der NSDAP im Deutschen Reich nach 1933, die auch massive Veränderungen der Wirtschaftsstrukturen nach sich zog, begann bei ZF die Produktion für die Rüstungsindustrie immer stärkeren Raum einzunehmen. Dabei handelte es sich zwar noch immer um Getriebe und Lenkungen, als Anwendungsfelder rückten aber militärisch genutzte Fahrzeuge, vor allem Panzer in den Vordergrund. Dies trug erheblich zu einer Ausweitung der Produktion bei, so dass ZF 1937 als weiteren großen Standort in Deutschland ein Werk in Schwäbisch Gmünd eröffnete. Mit dem Beginn des Zweiten Weltkrieges 1939 war auch ZF in das System zur Beschäftigung von Zwangsarbeitern eingebunden. Ihre Zahl stieg bis Kriegsende auf rund 2800 kontinuierlich an.

Am Ende des Krieges war vor allem der Stammsitz in Friedrichshafen durch alliierte Bombardements massiv zerstört. Obwohl ZF noch jahrelang Demontage und Liquidierung drohten, nahm ZF am Standort Friedrichshafen wieder die Produktion auf. Insbesondere Schleppertriebwerke für die Landwirtschaft waren stark nachgefragte Produkte. In diesem Zusammenhang übernahm ZF in Passau einen weiteren Standort, die ZF Waldwerke GmbH, ein mit ZF-Know-how errichtetes Unternehmen zur Produktion von Getrieben für Kettenfahrzeuge und Militär-Lastkraftwagen.

Neue Eigentümerstruktur und Wirtschaftswunderzeit

Erst 1950 klärte sich die Eigentümerstruktur des Unternehmens ZF langfristig: Die seit 1947 durch die Stadt Friedrichshafen verwaltete Zeppelin-Stiftung wurde Mehrheitsaktionärin. Das Stiftungsmodell hat bis heute Bestand.

Zum Ende der 1950er Jahre legte ZF den Grundstein für ein Expansionsprogramm in mehrere Richtungen: Zum einen baute das Unternehmen 1958 für einen Auftrag von Mercedes-Benz erstmals einen Produktionsstandort außerhalb Europas auf - im brasilianischen Sao Caetano do Sul.

1963 setzte ZF das Prinzip im Hydromediagetriebe 2 HP 45 um, das später zur Keimzelle des Ecomat-Getriebes für Stadt- und Überlandbusse wurde und dessen Weiterentwicklung bis zum aktuellen Nachfolger EcoLife reicht, das inzwischen über 6 Gänge verfügt. 1965 begann ZF - zum 50-jährigen Bestehen des Unternehmens - mit der Produktion eines 3-Gang-Automatgetriebes für Pkw, das eine weitere Erfolgsgeschichte begründete: Mit der Eröffnung eines neuen Standortes in Saarbrücken 1970, an dem seither ausschließlich diese Getriebeart gefertigt wird, etablierte sich ZF als einer der innovativsten Anbieter von Stufenautomatgetrieben für Pkw. Diese Traditionslinie reicht mit dem Achtgang-Automatgetriebe 8HP ebenfalls bis in die Gegenwart - und zeigt zudem, wie ZF dieses Produkt, bei dem anfangs der Fahrkomfort im Mittelpunkt stand, mit jeder Generation auch kraftstoffeffizienter und fahrdynamischer auslegte.

Seine früh begonnene Internationalisierung trieb ZF seit den späten 1960er Jahren durch den kontinuierlichen Aufbau eines Service- und Vertriebsnetzwerks voran. Dabei legten die ZF-Manager auch Grundsteine für neue Fertigungsstandorte, etwa 1978 in Argentinien und ein Jahr später in den USA. Die Region Asien-Pazifik und die Marktchancen, die sich dort boten, lagen ebenfalls früh im Blickfeld von ZF: 1980 wurde in Tokio ZF Japan gegründet, in China ging das Unternehmen ein erstes Joint Venture zur lokalen Herstellung von Busgetrieben ein, 1984 wurde die ZF Steering Gear im indischen Poona gegründet und 1985 nahm ZF in Malaysia die Produktion von Lenkungstechnik auf.

Unternehmerische Expansion

Mit größeren Zukäufen erweiterte ZF seit 1983 markant ihr Produktspektrum - und seine Position im Ranking der großen Automobilzulieferkonzerne: 1984 erwarb ZF zunächst 51 Prozent der Lemförder-Gruppe mitsamt deren in- und ausländischen Beteiligungen. In den 1990er Jahren baute ZF Entwicklungs- und Fertigungs-Know-how für komplette Achssysteme auf und nahm dieses Geschäft für seine Kunden global wahr. 2001 übernahm ZF die Mannesmann Sachs AG - die ehemalige Fichtel & Sachs AG - und gliederte sie in die Konzernstruktur ein.

Mit der Übernahme des börsennotierten Unternehmens TRW Automotive unter dem Dach des ZF-Konzerns im Jahr 2015 entstand just im ZF-Jubiläumsjahr der wohl drittgrößte Automobilzulieferkonzern der Welt mit einem Umsatzvolumen von über 30 Milliarden Euro (mehr als 40 Milliarden US-Dollar) und rund 138.000 Mitarbeitern (Stand 31.12.2015). Der durch TRW ergänzte ZF-Konzern führt ein umfassendes und komplementäres Produktportfolio aus den Bereichen Antriebs- und Fahrwerktechnik, Sicherheit und elektronische Systeme zusammen und hat ein regional und kundenspezifisch ausgewogenes Portfolio sowohl im Volumen- als auch im Premiumsegment.

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Gisela Mattes 
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