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"Hierarchisch, bürokratisch, destruktiv": Klaus Brinkbäumer über Schwachstellen des "Spiegel" und die fälligen Neuerungen

Frankfurt/ Main (ots) - Fortschritt, aber schnell: Chefredakteur Klaus Brinkbäumer nimmt im "medium magazin" ausführlich Stellung zur Neuausrichtung des "Spiegels" - und geht kritisch mit Teilen seiner Redaktion ins Gericht. Es laufe noch nicht hundertprozentig, fasst Brinkbäumer den Status Quo beim "Spiegel" zusammen.

Als Beispiel wählt der 49-Jährige Besprechungen: "Manchmal würde ich mir die Konferenzen noch lebhafter wünschen, mit mehr Widerspruch. Wir sitzen so hierarchisch da: Chefredaktion und Ressortleiter am inneren großen Tisch, die schweigende Redaktion außen herum." Das Verlagshaus sei noch immer "so bürokratisch, dass einige Ideen versanden", sagt Brinkbäumer, der auch Herausgeber von "Spiegel Online" ist. Er arbeite mit seinen Kollegen daran, die Kultur im "Spiegel" zu verändern. Sein Ziel sei ein höheres Innovationstempo und ein "Bewusstsein aller im Haus, dass wir einen gemeinsamen Kampf kämpfen, und nicht nur ´die da oben`."

Die Tatsache, dass nach wie vor nur Print-Kollegen in die Mitarbeiter KG aufgenommen werden, nennt der "Spiegel"-Chefredakteur im Interview von Annette Milz und Daniel Bouhs "eine Ungerechtigkeit zwischen Mutterhaus und Tochterfirma, die das Mannschaftsspiel erschwert. Ich würde das gern sofort ändern, doch rechtliche Fragen können komplex sein."

Brinkbäumer weist den Vorwurf, selbst eine Entscheidungsschwäche zu haben, als Unfug zurück: "Ich entscheide an jedem Tag viele, viele Dinge mehr als meine Vorgänger, schon weil sich die Anzahl der wichtigen Aufgaben für alle Chefredakteure vervielfältigt hat, aber auch weil ich gern entscheide." Lediglich das Tempo, in dem Entscheidungen umgesetzt würden, lasse zu wünschen übrig.

Der Chefredakteur nennt als Beispiel den verschobenen Start der geplanten digitalen Tageszeitung "Spiegel Daily". Er selbst habe den Fehler gemacht, einen zu frühen Termin zu nennen - "ohne Rücksicht auf die Technik". Doch auch dem "Spiegel" fehlten Leute in IT und Produktmanagement, um das Angebot schnell umzusetzen. Nun gelte: "Wir machen das lieber gut als vorschnell, bei neuen Projekten gehören bei uns inzwischen auch Business-Pläne und Marktforschung dazu."

Brinkbäumer erläutert im "medium magazin"-Titelinterview die Strategie hinter dem Bezahlangebot "Spiegel Plus", wie sich die Tonalität von "Spiegel"-Stücken ändere und welche Kritik aus dem internen Innovationsreport berechtigt ist. Dies alles lesen Käufer und Abonnenten auf den Seiten 18 bis 25 von "medium magazin" Ausgabe 07-2016, die am 6. Juli erscheint. "medium magazin" ist für alle Geräte im iKiosk verfügbar unter http://bit.ly/Medium-Digital. Einzelhefte und Abos gibt es unter http://www.mediummagazin.de/bestellen/.

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Annette Milz, Chefredakteurin mediummagazin,
redaktion@mediummagazin.de, 015123447914

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