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Nachrichten als Schlachtfeld

Wien (ots) - Was geht im Journalismus, was nicht, was ist ein Flop, was ein Erfolg. Diese Jahresbilanz liefert verlässlich der European Newspaper Congress, der morgen im Wiener Rathaus fortgesetzt wird.

"Nachrichten sind das neue Schlachtfeld", sagte Jan-Eric Peters von Springer, und präsentierte die erst vor zwei Monaten auf dem Markt gekommene App Upday. Diese App bringt alle Nachrichten, für die sich ein User interessiert. Das Besondere: Durch die Zusammenarbeit von Samsung und den Journalistinnen und Journalisten von Springer sind diese Nachrichten journalistische Qualitätsprodukte. Dadurch würde, sagt Peters, "die Reichweite der Verlage direkt erhöht und die Marken der Medien gestärkt". Upday ist auch bereit, Daten mit den Verlagen zu teilen. Die Finanzierung erfolge über Anzeigen. Die Erwartung: Ende 2016 zehn Millionen Geräte mit installierter App Upday. Herzblut bringt Erfolg und verrückte Ideen, dazu Zeit für Langstrecken in der Recherche. Die norwegische Lokalzeitung Kvinnheringen hat 4.000 Abonnenten bei 30.000 Einwohnern einer Kleinstadt in Norwegen. Es wird täglich gepostet, der Inhalt aber ist zu bezahlen. Chefredakteur Thomas Bruvik und Vidar Háland berichteten beim Newspaper Congress, dass sie täglich versuchen, "einzigartig zu sein".

Gerücht als Schlachtfeld kennen die deutschen Kollegen sehr gut: Ob durch PEGIDA in Dresden oder durch die Stadtbahnhofgegner in Stuttgart: Die Vorwürfe an die Redaktionen, nicht wahrheitsgemäß zu berichten, weil sie dem Machtkartell angehören würden, sind zunehmend heftig. Ulrich Wolf, Thüringer Zeitung, Dresden, ist überzeugt, dass in diesen schwierigen Szenen Facebook der größte Feind gutgemachten Journalismus ist. Medien-Ombudsmann Anton Sahlender rät den Medienleuten, selbstbewusst zu reagieren. Und Wolfgang Molitor, Stuttgarter Nachrichten: "Zurückschimpfen bringt nichts, schweigen auch nicht. Es geht um eine Diskussion mit dem Leser." Bei der Stuttgarter Bahnhofsauseinandersetzung habe man zu wenig auf die Leser geachtet. Salzburger Nachrichten-Chefredakteur Manfred Perterer meint, dass das, was früher von der Exekutive eher verschwiegen wurde, jetzt in den Vordergrund gestellt wird. Es zeige sich, dass es in der Gesellschaft an Medienbildung fehle. "Die Lügenpressevorwürfe kommen bei uns nicht nur von unten, sondern auch von der politischen Spitze!"

Der European Newspaper Congress wird vom Medienfachverlag Johann Oberauer und Norbert Küpper, Zeitungsdesigner in Deutschland, veranstaltet. Kooperationspartner wie JTI, die Stadt Wien und der Verband der Österreichischen Zeitungsverleger unterstützen maßgeblich die Veranstaltung.

Das komplette Programm und Anmeldung: www.newspaper-congress.eu

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