Medienfachverlag Oberauer GmbH

Anja Reschke ist "Journalistin des Jahres 2015"
Chefredakteure des Jahres sind Klaus Brinkbäumer, "Der Spiegel" und Uwe Vetterick, "Sächsische Zeitung". Team des Jahres ist netzpolitik.org

Frankfurt am Main (ots) - Anja Reschke ist von einer Jury der Branchenzeitschrift "medium magazin" zur "Journalistin des Jahres" 2015 gewählt worden. Die Leiterin Innenpolitik beim NDR Fernsehen und des Politmagazins "Panorama" überzeugte eine mehr als 80 köpfige unabhängige Fachjury. Deren Mitglieder wählten weitere "Journalisten des Jahres" in zehn Fach-Kategorien und vergaben einen Preis für das Lebenswerk an Hans Leyendecker, "Süddeutsche Zeitung".

In der Jurybegründung für die "Journalistin des Jahres" heißt es: "Journalistin mit Profil und klarer Haltung: Im Sommer 2015 zeigte Reschke mit ihrem Kommentar ,Aufstand der Anständigen' in den ,Tagesthemen', was der Journalismus in Zeiten der ,Lügenpresse'-Vorwürfe braucht: Haltung. Sie hat dafür einen heftigen Shitstorm in Kauf genommen - und sich davon nicht beirren lassen. Kein einzelner journalistischer Beitrag hat in diesem Jahr so viel Wirkung und Wirbel erzeugt wie dieser Kommentar von Anja Reschke. Als neue Innenpolitik-Chefin des NDR gab sie zudem dem Magazin ,Panorama' in diesem Jahr stärkere Relevanz und ihren Mitarbeitern die Möglichkeit für aufwendige Recherchen."

Von den Top Ten In den zehn Fachkategorien siegten:

Chefredaktion: Klaus Brinkbäumer, "Der Spiegel" (national), Uwe Vetterick, "Sächsische Zeitung" (regional); Politik: Bernd Ulrich, "Die Zeit"; Wirtschaft: Steffen Klusmann, "manager magazin"; Kultur: Navid Kermani, Freier Autor / "Der Spiegel"; Unterhaltung:Oliver Welke,"heute Show"/ZDF; Sport: Hajo Seppelt, freier Journalist/WDR; Wissenschaft: Jakob Vicari, freier Journalist; Reporter: Christoph Reuter, "Der Spiegel" (national), Ulrich Wolf, "Sächsische Zeitung" (regional); Entrepreneur: Stephan Lamby, Eco Media TV/dbate.de; Team des Jahres: netzpolitik.org.

Der undotierte "medium magazin"-Preis "Journalist des Jahres" wird seit 2004 von der Branchenzeitschrift "medium magazin" verliehen. Neu ist in diesem Jahr ist die Kategorie "Entrepreneur", um unternehmerischem Geist im Journalismus Rechnung zu tragen. Die unabhängige rund 80-köpfige Jury der "Journalisten des Jahres" 2015 besteht aus renommierten Journalisten und Medienexperten sowie aus den jeweiligen Vorjahres-Preisträgern und Nachwuchs-Talenten der "Top30 bis 30" des Jahres 2015. Bei der Wahl des "Wirtschaftsjournalist des Jahres" kooperiert "medium magazin" mit der Fachzeitschrift "Wirtschaftsjournalist" (ebenfalls Medienfachverlag Oberauer).

Die Preisverleihung an die "Journalisten des Jahres" 2015 findet am 15. Februar 2016 im Deutschen Historischen Museum in Berlin statt, mit freundlicher Unterstützung der Daimler AG, Otto Group und Total AG.

Die Liste mit allen rund 100 gewählten "Journalisten des Jahres" - jeweils die Top Ten in den Fachkategorien - erscheint in "medium magazin" 1/2016 und als ePaper im ikiosk am 23.12.

Die Begründungen der "medium magazin"-Jury für die "Journalisten des Jahres" 2015 im Einzelnen in den Fachkategorien:

1. CHEFREDAKTION

National Klaus Brinkbäumer, "Der Spiegel": "Klaus Brinkbäumer hat es geschafft, den ,Spiegel' zu einen und als Meinungsführer wieder zu etablieren: als hartes, auch hart recherchierendes Nachrichtenmagazin, das sich wieder etwas traut. Die Redaktion läuft auf Hochtouren, über die DFB-Enthüllungen spricht die ganze Republik."

Regional

Uwe Vetterick, "Sächsische Zeitung": "Uwe Vetterick und seine Redaktion erleben vor Ort Tag für Tag, was es heißt, wenn die Stimmung im Land kippt. Seit Ende 2014 werden jeden Montag ,Lügenpresse'- Parolen direkt vor der Dresdner Verlagstür skandiert. Die Berichterstattung über die politische Stimmung und Spaltung ist eine permanente Gratwanderung. Er muss seine angefeindete Redaktion auf Kurs halten und motivieren. ,Rückendeckung von oben' ist täglich nötig und wird von Vetterick gegeben. Zugleich treibt er redaktionelle Innovationen voran (z. B. das Onlineportal Schul-Navigator). Bester Lokaljournalismus unter widrigsten Bedingungen: Das verdient hohe Anerkennung."

2. POLITIK

Bernd Ulrich, "Die Zeit": "Bernd Ulrich kann Analyse, Einordnung, Leitartikel - zu erstaunlich vielen Themen. ,Die Naivität des Bösen' (15.10.2015) ist eine der pointiertesten Analysen zur Flüchtlingsthematik, die im Strom der Tausenden von Nachrichten auch Wochen und Monate nach Erscheinen noch von ungebrochener Relevanz ist. Auch seine Leitartikel zu Syrien, TTIP, Pegida und Lügenpresse stachen heraus und boten Orientierung bei der Meinungsbildung."

3. WIRTSCHAFT (in Kooperation mit der Fachzeitschrift "Wirtschaftsjournalist") Steffen Klusmann, "manager magazin": "Steffen Klusmann hat die Redaktion neu motiviert, hat das Blatt aufgefrischt und setzt mit regelmäßigen Insights aus den Unternehmen die Agenda. Der Lohn: Als einziger großer Wirtschaftstitel konnte das ,Manager Magazin' die Einzelverkäufe 2015 gegen den Branchentrend deutlich steigern."

4. KULTUR

Navid Kermani, freier Autor / "Der Spiegel": "Navid Kermani reiste für den Spiegel 2015 auf der so genannten Balkan-Route rückwärts, über Budapest und Lesbos bis in die Türkei. Eine außergewöhnliche Reportage, in der der Orientalist das Schicksal mittelloser Afghanen schildert oder das Trauma junger Syrer aus der Mittelschicht. Seine außerordentlichen Beobachtungen, angereichert mit historischen Kenntnissen des Nahen Ostens, ließen aus dem Flüchtlingsstrom auf eindrucksvolle Weise Menschen werden."

5. UNTERHALTUNG

Oliver Welke, "heute-show" / ZDF: "Nie war Lachen gegen Tumbheit so wichtig wie heute: Dafür sorgt Oliver Welke als Anchorman der besten Satiresendung des deutschen Fernsehens. Ihm gelingt zudem eine ein singulärer Spagat in einer ungewöhnlichen Doppelrolle, 2015 besser denn je: als prägender Satirekopf und als beliebter Sportmoderator. In beiden Rollen zeigt er angstfreien Biss und Humor."

6. SPORT

 Hajo Seppelt, freier Journalist /WDR:
 "Seine Recherchen haben in diesem Jahr die internationale Sportwelt 
besonders erschüttert: Hajo Seppelt deckte nicht nur systematisches 
Doping von Spitzen-Athleten in Russland, sondern auch in Kenia auf. 
Das Echo auf seine Berichte in ,Geheimsache Doping' war so groß, dass
sogar Funktionäre gehen mussten. Das ist kritischer Sportjournalismus
par excellence abseits von den üblichen Helden-Storys und 
Jubelberichten. Seppelt ist und bleibt eben Deutschlands führender 
Sportdoping-Rechercheur." 

7. WISSENSCHAFT

Jakob Vicari, freier Journalist: ""Das ,Ursuppe-Projekt' des reporter.bot, den Jakob Vicari 2015 gelauncht hat, fasziniert: Vicari ließ Urzeitkrebse in einem Aquarium von Sensoren überwachen von der Geburt bis zum Tod, Messdaten wandeln dank eines Algorithmus automatisch in eine Geschichte umgewandelt. Vicari schafft damit ein neues, innovatives Wissenschafts-Format: Die ,Sensor-Live-Reportage`: Mit Internet-der-Dinge-Technologie, Sensordaten und Roboterjournalismus experimentiert er mit einer neuen Art, über Wissenschaft zu berichten. Der Reporter.bot hat eine erzählerische Stimme, humorvoll und sogar eine grafische Seite: Eine robotergenerierte Comic-Szene" . 8. REPORTER national Christoph Reuter, "Der Spiegel": "Der IS-Kenner schlechthin! Analytisch stark, nah an allen Brennpunkten, gleichzeitig moderat im Ton, ohne unnütze steile Thesen. Christoph Reuter legte 2015 mit seinen Beiträgen und insbesondere dem Buch ´Die schwarze Macht. Der "Islamische Staat" und die Strategen des Terrors` die beste Recherche des Jahres vor. Gerade in Zeiten des Terrorismus eine kluge, verlässliche Stimme und Ausnahmeerscheinung."

regional

Ulrich Wolf, "Sächsische Zeitung": "2015 war das Jahr, in dem Dresden nicht mehr als Elbflorenz glänzte, sondern zur Pegida-Stadt wurde. Ulrich Wolf hat Recherche dagegen gesetzt - und u.a. Lutz Bachmanns kriminelle Machenschaften aufgedeckt. Und er hat sich jeden Montag aufs Neue zwischen die Demonstranten gestellt - trotz unmittelbarer Drohungen gegen ihn persönlich. Er ist der Journalist Deutschlands, der sich am längsten und intensivsten mit dem Thema Pegida beschäftigt und von dessen Recherchen viele nationale Medien profitieren."

9. ENTREPRENEUR

Stephan Lamby, Eco Media TV GmbH / "dbate.de": "Als Autor und Produzent lieferte Lamby die herausragenden TV-Dokumentationen über wichtige politischen Themen des Jahres (Griechenland-Krise, Google, Deutsche Bank) In dem Beitrag "Schäuble - Macht und Ohnmacht" sprach der Finanzminister erstmals bei Lamby von Kohls schwarzen Kassen. Ende 2014 gründete Lamby zusätzlich mit einem Redaktionsteam in Hamburg das innovative Videoportal dbate.de. Bester journalistischer Unternehmergeist."

10. TEAM

netzpolitik.org: Markus Beckedahl, Anna Biselli, Andrea Jonjic, Constanze Kurz, Andre Meister, Tomas Rudl "Plötzlich berühmt - dank ,Landesverrat'-Affäre: Wie sie diesen Kampf für eine gesamtgesellschaftliche Debatte über Pressefreiheit und Datenschutz genutzt und die ganze Journalisten-Branche zur Solidarität mit den Bloggern gebracht haben: Chapeau. Dass die Netzpolitiker dabei auch als Aktivisten mit dezidierten politischen Zielen auftreten, hat zudem eine berufsethische Diskussion über Transparenz im Journalismus initiiert."

Die Auszeichnung für das LEBENSWERK geht an Hans Leyendecker, "Süddeutsche Zeitung": (s.a. Pressemitteilung vom 15.2.2015): "Es gibt keinen Enthüllungsjournalisten, der mit einer solchen Schlagzahl investigative Geschichten in den unterschiedlichsten Feldern publiziert. Nach 18 rechercheintensiven Jahren beim Nachrichtenmagazin ,Der Spiegel' - u. a. mit der Aufdeckung der Flick-Affäre - arbeitet Hans Leyendecker (66) seit 2007 als leitender politischer Redakteur für die ,Süddeutsche Zeitung'. Dort hat er ein Rechercheressort aufgebaut und wiederholt mit großen Geschichten (wie über den CDU-Spendenskandal oder die Siemens-Affäre) die politische Debatte in Deutschland bestimmt, sich aber auch mit eigenen Fehlern selbstkritisch auseinandergesetzt. Hans Leyendecker hat sich nicht zuletzt als Mitbegründer und Vorstandsmitglied des Netzwerks Recherche e. V. stets auch für den journalistischen Nachwuchs eingesetzt. Seine Lebensleistung im Dienste eines unbestechlichen, aufklärerischen Journalismus verdient hohe Anerkennung."

Die Liste mit allen rund 100 gewählten "Journalisten des Jahres" - jeweils die Top Ten in den Fachkategorien - erscheint in "medium magazin" 1/2016 am 23.12 und steht dann auch im ikiosk als ePaper verfügbar.

Pressekontakt:

Annette Milz, Chefredakteurin "medium magazin für Journalisten" ,
Telefon 069 / 95 297 944, redaktion@mediummagazin.de

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