RTL II

Landgericht Berlin gibt Weg frei für RTL II-Formatschutzklage gegen SAT.1
"Expedition Robinson - Das Original" nur bei RTL II

    München (ots) - Das Landgericht Berlin hat heute festgestellt,
dass einer Klage von RTL II bezüglich Format-Urheberschutz im Fall
"Expedition Robinson" nichts im Wege steht. RTL II ist damit frei,
die am 3. Juli ausgestrahlte SAT.1-Sendung "Das Inselduell" rechtlich
auf Format- und Urheberschutzverletzungen eingehend prüfen zu lassen
und entsprechende rechtliche Maßnahmen einzuleiten.
    
    Josef Andorfer, RTL II Geschäftsführer: "Fakt ist für uns: SAT.1
hat eindeutig von "Expedition Robinson" abgekupfert! SAT.1 als
seriöser Programmveranstalter muss sich die Frage stellen, ob diese
Art von "Rechte-Raubrittertum" nicht geradezu ein Beispiel von
Ideenlosigkeit ist. Dem Trend hinterherlaufen und dann vorab
ausstrahlen ist für mich die Bankrotterklärung kreativer
Programmplanung und -gestaltung."
    
    RTL II hat die Rechte für Expedition Robinson ordnungsgemäß und
für viel Geld erworben. "Das Inselduell" ist eine eindeutige Kopie
dieses Formats, jedoch hat SAT.1 die Rechte hierfür nirgendwo
erworben. RTL II zahlt nicht teure Formatrechte, wenn daraus kein
Urheber-Schutzanspruch resultiert.
    
    Mit "Big Brother" hat RTL II den Trend zum Reality-Soap-Format
eingeleitet. RTL II hat damit eine der erfolgreichsten Programm-Ideen
der letzten Jahre realisiert. Dieser Trend ist anderen
Programmveranstaltern nicht verborgen geblieben.
    
    Bei Formaten, die sich derart ähnlich sind wie "Expedition
Robinson" / "Das Inselduell", geht es nicht nur um einen "geistigen
Urheber". Auf jeden Fall kann der "wirtschaftliche Risikoträger des
geistigen Produkts" hier einen Schutzanspruch reklamieren. Der
"Risikoträger", der die Rechte erworben hat, ist in diesem Fall
eindeutig RTL II.
    
    Auch wenn das deutsche Urheberrecht bisher mehr auf den geistigen
Schöpfer abhebt, hat man sich im Rahmen der geplanten Novellierung
des Urheberrechts auf europäischer Ebene dem eher amerikanischen
"Copyright-System" angenähert, das auf den Träger des
wirtschaftlichen Risikos abhebt. Das "Copyright-Recht" trägt den
Schutzbedürfnissen in der modernen Medien-Marktwirtschaft umfassender
Rechnung, als der alleinige Schutz des "geistigen Eigentümers".
    
    Dazu Andorfer: "Es besteht der dringende Bedarf, bei der
endgültigen Neufassung des Urheberrechts im europäischen Rahmen beide
Schutz-Prinzipien miteinander in Einklang zu bringen. Nur so kann
einem rücksichtslosen "Rechte-Raubrittertum" auf den Medienmärkten
endlich Einhalt geboten werden!"
    

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