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"Big Brother" - Medienwissenschaftler Mikos fordert: "Sachliche Diskussion anstatt moralische Panik!"/ "Big Brother" startet heute um 20.15 Uhr bei RTL II

München (ots) - Eine umfangreiche medienwissenschaftliche Analyse der Sendung "Big Brother" wurde von Prof. Lothar Mikos, von der Kunsthochschule für Film und Fernsehen "Konrad Wolf" in Potsdam-Babelsberg, vorgelegt. Als unabhängiger Gutachter wurde Prof. Mikos von RTL II beauftragt, einerseits das Fernsehformat "Big Brother" und andererseits den gesellschaftlichen Diskurs darüber zu untersuchen. Prof. Mikos kommt dabei zu folgenden grundsätzlichen Ergebnisse: Bezüglich des Sendeformats "Big Brother": * Das Format Big Brother stellt grundsätzlich eine verhaltensorientierte Spielshow dar, die Leistungs- und Persönlichkeitsspiele sowie Zuschauerentscheidungen beinhaltet. (...) Insofern ist die Sendung die Fortsetzung einer Entwicklung, die seit Beginn der neunziger Jahre zu beobachten ist. (Bsp.: Das wahre Leben auf Premiere, 1994) * Die verhaltensorientierte Spielshow Big Brother orientiert sich an Vorbildern aus anderen Fernsehgenres und -formaten, an Vorbildern von Darstellungsweisen des Internet sowie an der Alltagswirklichkeit der Menschen. (...) Die Sendung greift in seinem Spiel eine Darstellungsform auf, die im Internet weit verbreitet ist. * Es hängt von den Zuschauern ab, ob sie einen Moment der Sendung als Show, als Spiel oder als soziale Realität definieren. (...) Big Brother ist zugleich alles, Show, Spiel und soziale Wirklichkeit. Bezüglich der öffentlichen Diskussion um "Big Brother": * Die gesamte (untersuchte) Diskussion war von Vorurteilen und Vorverurteilungen geprägt. Sie vermittelt den Eindruck einer moralischen Panik und einer Medienhysterie. (...) Der moralische Konsens der Gesellschaft scheint in Frage gestellt. (...) Zugleich zeigen sich in der öffentlichen Diskussion um Big Brother Ängste und Phantasien der bundesrepublikanischen Gesellschaft. * Die öffentliche Diskussion um Big Brother kreist um die Vorstellung von Öffentlichkeit und Privatheit (...) Diese Diskussion wird aber nicht sachlich geführt, sondern moralisch, wobei der in seiner inhaltlichen Füllung äußerst umstrittene Begriff der Menschenwürde benutzt wird. * Während die Kritiker von Big Brother den Verlust der Menschenwürde durch eine Degradierung der Kandidaten zu "bloßen Objekten" beklagen, müssen die Kandidaten in der Spielshow gerade ihre Subjektivität entfalten. (...) Hier findet nichts Heimliches statt, Kein "Schlüsselloch-TV" oder "Voyeur-TV", denn die Zuschauer wissen, dass die Kandidaten wissen, dass sie von den Zuschauern beobachtet werden, (...) Die Beziehung zwischen dem Beobachteten und dem Beobachter ist offengelegt, ihr haftet nichts Heimliches an. * Angesichts der realen Überwachung der Bürger in der sozialen Wirklichkeit, die ohne deren Zustimmung erfolgt, ist es schon fast zynisch, in Zusammenhang mit Big Brother von "totaler Überwachung" zu sprechen. * Bei der öffentlichen Diskussion um Big Brother geht es im Kern um die Definitionsmacht von Moral und Lebenssinn. Eine allgemeingültige Moral gibt es nicht mehr, die Äußerungen der Politiker über Big Brother sind nichts anderes als der Versuch, einen moralischen Konsens durchzusetzen. Doch das ist in der ausdifferenzierten Gesellschaft immer schwieriger, für die eine Vielzahl von Lebensstilen und Lebensauffassungen kennzeichnend sind. * Die öffentliche Diskussion um Big Brother zeigt, dass die Moral der Kritiker und die der Befürworter und Teilnehmer offenbar nur schwer miteinander zu vereinbaren sind. (...) Doch leider wird dieser notwendige Diskurs in der bundesrepublikanischen Gesellschaft am falschen Objekt geführt. Big Brother ist ein Symptom, nicht die Wurzel der zu Grunde liegenden gesellschaftlichen Veränderungen. Prof. Mikos betont in seiner gutachterlichen Stellungnahme ausdrücklich, dass aus medienwissenschaftlicher Sicht die Persönlichkeitsrechte und die Menschenwürde der Kandidaten gewahrt bleiben. Entscheidend ist, dass es sich bei "Big Brother" um eine Spielshow handelt, deren detailliertes Regelwerk allen Beteiligten bekannt ist, und auf dessen Einhaltung sich alle verpflichtet haben. BIG BROTHER - ab heute täglich um 20:15 Uhr bei RTL II ots Originaltext: RTL II Im Internet recherchierbar: http://recherche.newsaktuell.de Weitere Informationen: Dr. Conrad F. Heberling RTL II Marketing & Kommunikation Tel: 089-64185-400 Fax: 089-64185-699 Email: conrad.heberling@rtl2.de http://www.rtl2.de Original-Content von: RTL II, übermittelt durch news aktuell

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