RTL II

"Big Brother" - freiwillige Teilnahme der Kandidaten unterliegt dem Schutz des Grundgesetzes
"Big Brother" startet am 1. März 2000 um 20.15 Uhr bei RTL II

    München (ots) - Prof. Dr. Dieter Dörr, Professor für Öffentliches
Recht, Völker- und Europarecht an der Johannes Gutenberg-Universität
in Mainz, belegt als unabhängiger Rechtsgutachter, dass die
freiwillige Teilnahme der Kandidaten an der Spielshow "Big Brother"
kein Verstoß gegen die Menschenwürde darstellt. Insgesamt ist "Big
Brother" juristisch nicht zu beanstanden und als Ergebnis der
83seitigen Studie zur Spielshow "Big Brother" stellt Prof. Dörr fest:
  
    "Eine Gefährdung des Rechtsgutes Menschenwürde als Teil der
objektiven Wertordnung kommt ebenso wenig in Betracht wie eine
Verletzung der Menschenwürde der Teilnehmer oder der Rezipienten."
    
    Gegenstand der Untersuchung von Prof. Dörr im Auftrag von RTL II
ist das Verhältnis von Programmfreiheit und Menschenwürde am Beispiel
von "Big Brother". Das Gutachten differenziert dabei im Hinblick auf
den Schutz der Teilnehmer, den Schutz der Zuschauer und den Schutz
der gesellschaftlichen Wertordnung. Dabei kommt Prof. Dörr zu
folgenden eindeutigen Aussagen:
    
    * Daher darf (...) die staatlich betriebene Schutzpflicht
zugunsten des Betroffenen niemals soweit gehen, dass sie die in der
Menschenwürde gewährleistete Freiheit zu selbstbestimmter
Lebensgestaltung verdrängt oder auch nur beeinträchtigt.
    
    * Insgesamt bleibt festzuhalten, dass die Aufklärung der
Teilnehmer über den Ablauf der Sendungen, die Spielbedingungen und
die Situationen die entstehen können, bei "Big Brother" sehr viel
weiter reicht, als bei anderen Sendegenres.
    
    * Demnach ist festzustellen, dass die einzelnen Sendungen der
Sendereihe "Big Brother" vom Teilnehmerschutz her gesehen nicht gegen
die Menschenwürde verstoßen, weil sie die Freiwilligkeit der
Entscheidung, also die Selbstbestimmung der Teilnehmer als Ausfluss
der Menschenwürde, respektieren und sicherstellen.
    
    * Nach den zu erwartenden Situationen und Geschehensabläufen
(alltägliche Handlungen, Gespräche, Lösen von Aufgaben, sonstiger
Umgang der Kandidaten miteinander) kann keine Rede davon sein, dass
durch die Ausstrahlung der Sendung  ("Big Brother") bei Kindern,
Jugendlichen oder ganz allgemein bei den Zuschauern ein
menschenverachtendes und daher mit der Menschenwürde unvereinbares
Menschenbild befördert wird.
    
    * Bei der Sendereihe "Big Brother" ist eine systematische
Untergrabung des Menschenbildes, wie es Art. 1 Abs. 1 GG zugrunde
legt, im Hinblick auf die angeführten Beispiele wie Ausgrenzen von
Minderheiten aus der menschlichen Gemeinschaft, Schüren von Hass
gegen Einzelne oder gegen Bevölkerungsgruppen, Propagieren von Gewalt
zwischen Menschen allgemein oder Vermittlung eines mit der
Menschenwürde schlechthin unvereinbaren Frauenbildes in keiner Weise
zu erwarten. Aus diesem Blickwinkel ist daher eine Verletzung der
Menschenwürde auszuschließen.
    
    Wie bereits Prof. Hubertus Gersdorf aus Rostock bezieht sich Prof.
Dörr auch auf das Rechtsgutachten des Verfassungsrichters Udo Di
Fabio, das im Auftrag der Bayrischen Landeszentrale für neue Medien
erstellt wurde. Prof. Dörr geht davon aus, dass die Ausführungen Di
Fabios - anders als manche Darstellungen in den Medien - für das
Sendeformat "Big Brother" einen Verstoß gegen die Menschenwürde
gerade nicht belegt sehen.
    
    BIG BROTHER - ab dem 1. März täglich um 20:15 Uhr bei RTL II
    
ots Originaltext: RTL II
Im Internet recherchierbar: http://recherche.newsaktuell.de

Weitere Informationen:
Dr. Conrad F. Heberling
RTL II Marketing & Kommunikation
Tel: 089-64185-400
Fax: 089-64185-699
Email: conrad.heberling@rtl2.de
http://www.rtl2.de

Seite 2 von 2

Original-Content von: RTL II, übermittelt durch news aktuell

Weitere Meldungen: RTL II

Das könnte Sie auch interessieren: