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"Big Brother" - Unabhängige juristische Studie: Keine Verletzung der Menschenwürde!
"Big Brother" startet am 1. März 2000 um 20.15 Uhr bei RTL II

München (ots) - * Die Ausstrahlung von "Big Brother" ist medienrechtlich zulässig und unterliegt der verfassungsrechtlich geschützten Rundfunkfreiheit * Die Garantie der Menschenwürde und des Persönlichkeitsrechtes beruht auf der individuellen Selbstbestimmung des Menschen. Ein freiwilliger Verzicht auf Intim- und Privatsphäre ist keine Verletzung der Menschenwürde sondern vielmehr Ausdruck der persönlichen Befähigung, seine Lebensbedingungen autonom zu wählen. In der politisch stark überhitzten Diskussion um das Sendeformat "Big Brother" geht nun ein unabhängiges juristisches Gutachten detailliert auf die Vorwürfe der Landesmedienanstalten ein. Prof. Dr. Hubertus Gersdorf von der Juristischen Fakultät der Universität Rostock kommt nach einer wissenschaftlichen Untersuchung des Formates und der gesetzlichen Bestimmungen zu folgenden Ergebnissen: - Die Ausstrahlung von "Big Brother" unterliegt dem besonderen Schutz der verfassungsrechtlich geschützten Rundfunkfreiheit nach Art. 5 Abs.1 Satz 2 GG. An diesem grundrechtlichen Schutz ändere sich auch nichts dadurch, dass die Sendung der Unterhaltung und vielleicht der Befriedigung von Neugier diene. - Aufgabe der Landesmedienanstalten ist eine Rechtsaufsicht, ein Einschreiten oder Verbot von Seiten der Anstalt ist nur zulässig, wenn gesetzliche Bestimmungen verletzt werden. Das ist bei "Big Brother" nicht der Fall, da die allgemeinen Programmgrundsätze des Rundfunkrechts und die Jugendschutzbestimmungen gewahrt werden. Gersdorf wörtlich: "Ein Einschreiten der Landesmedienanstalt nach Maßgabe von - medienpolitisch oder ethisch geleiteten - Zweckmäßigkeitsüberlegungen ist unzulässig". - Die Ausstrahlung von "Big Brother" verstößt nicht gegen die Menschenwürde. Die Würde des Menschen ist durch seine individuelle Selbstbestimmung gekennzeichnet. Jeder hat das Recht, über sein eigenes Leben zu bestimmen. Daher ist es auch Ausdruck der Würde eines Menschen zu entscheiden, ob er intime oder persönliche Details seines Lebens öffentlich macht. Ein Verzicht auf die Privatsphäre der Teilnehmer an "Big Brother" bedeutet damit kein Verzicht auf die Persönlichkeitsrechte oder Menschenwürde. Die Kandidaten bei "Big Brother" haben sich freiwillig und im Bewusstsein der Konsequenzen zu diesem Schritt entschlossen. Damit haben sie ihr im Grundgesetz verankertes Persönlichkeitsrecht auf autonome Selbstbestimmung ausgeübt. "Selbstbestimmung des einzelnen bedeutet zugleich die Befugnis, sich gegebenenfalls auch anders zu verhalten als die überwiegende Mehrheit". Gersdorf stützt sich in seiner Untersuchung auch auf ein Gutachten des Verfassungsrichters Prof. Udo Di Fabio, der in der aktuellen Diskussion bereits häufig zitiert wurde. Dieser betont ebenfalls, dass "die Menschenwürde nicht als allseits verwendete Norm gegen schlechten Geschmack, Niveauloses oder auch nur gegen menschliche Gemeinheiten eingesetzt werden kann". Gersdorf ist nach Abschluss seiner Untersuchung der Ansicht, dass die vorherrschende Debatte um "Big Brother" dringend auf eine wissenschaftlich fundierte Grundlage geführt werden sollte. "Die Untersuchung hat deutlich gemacht, das die TV-Ausstrahlung von "Big Brother" medienrechtlich zulässig ist, zulässig deshalb, weil dieses neuartige Format gegen kein Gesetz verstößt, insbesondere verletzt "Big Brother" nicht die Menschenwürde der Teilnehmer dieser Show." BIG BROTHER - ab dem 1. März täglich um 20:15 Uhr bei RTL II ots Originaltext: RTL II Im Internet recherchierbar: http://recherche.newsaktuell.de Weitere Informationen: Dr. Conrad F. Heberling RTL II Marketing & Kommunikation Tel: 089-64185-400 Fax: 089-64185-699 Email: conrad.heberling@rtl2.de Original-Content von: RTL II, übermittelt durch news aktuell

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