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Deutscher Bauernverband (DBV)

Grüne Gentechnik braucht dringend praxisgerechte Regeln - DBV fordert Bund und Länder zum Handeln auf

Berlin (ots)

Der Deutsche Bauernverband (DBV) hat seine
Ablehnung des jetzt in Kraft getretenen Gesetzes zur Neuordnung des
Gentechnikrechts in Deutschland erneut unterstrichen und dringenden
Lösungsbedarf für Problembereiche angemahnt. Vor allem die im Gesetz
verankerte verschuldensunabhängige und gesamtschuldnerische Haftung
mache selbst den dringend notwendigen Versuchsanbau in Deutschland zu
einem hohen Risiko für teilnehmende Landwirte, heißt es in einer
Erklärung. Damit fehlen auf absehbare Zeit praxistaugliche
Erfahrungswerte zur Regelung der Koexistenz verschiedener
Anbauverfahren. Die Bundesregierung ihrerseits habe bis heute keinen
Entwurf zur guten fachlichen Praxis für die Koexistenz vorgelegt.
Angesichts dieser völlig unbefriedigenden Situation und erster
Anbaumeldungen für die Vegetationsperiode 2005 fordert der DBV Bund
und Länder dringend zum Handeln auf. Insbesondere auf drei
Problemgebieten sieht der DBV dringenden Handlungsbedarf. So sei ein
völlig transparenter Erprobungsanbau unter Einbeziehung aller
Beteiligten erforderlich, um auf dieser Grundlage die gute fachliche
Praxis zu regeln. Sowohl der GVO-anbauende Landwirt als auch der
benachbarte konventionelle oder ökologisch wirtschaftende Landwirt
benötigten dringend Vorgaben, um notwendige Vorsorgemaßnahmen zur
Sicherung der Koexistenz zielgerecht durchführen zu können, stellt
der DBV fest.
Auf europäischer Ebene sei es notwendig, nach langer Diskussion
endlich Schwellenwerte für zufällige oder technisch unvermeidbare
gentechnisch veränderte Bestandteile beim Saatgut festzulegen, die
auch zwingend Inhalt der Beschaffenheit eines mangelfreien Saatguts
sein müssten. Die Bundesregierung müsse dafür Sorge tragen, dass
diese Schwellenwerte die Grenzwerte bei Lebens- und Futtermitteln
sicherstellten.
Für die Beprobung von Saatgut ebenso wie bei Lebens- und
Futtermitteln auf gentechnisch-veränderte Bestandteile fordert der
DBV verbindliche und einheitliche Vorgaben für die Beprobungs- und
Analysemethoden. Bund und Länder müssten sich auf eine einheitliche
Vorgehensweise auch bei der Interpretation von Analyseergebnissen und
den daraus resultierenden Maßnahmen verständigen. Untersuchungen
seien bereits bei der Saatgutanerkennung durchzuführen, deren
Ergebnisse müssten vor der Aussaat durch die Landwirte verfügbar
sein. Umbruchsverfügungen bei ungeklärter Sach- und Rechtsfrage seien
für die deutschen Bauern nicht hinnehmbar, erklärte der DBV.

Kontakt:

Deutscher Bauernverband
Dr. Michael Lohse
Pressesprecher
Tel.: 030 / 31904 240

Original-Content von: Deutscher Bauernverband (DBV), übermittelt durch news aktuell

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