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Studie: Deutsche Unternehmen warten wieder länger auf den Zahlungseingang

Köln (ots/PRNewswire) - Deutsche Lieferanten warten wieder länger auf ihr Geld. Ihre Rechnungen werden nach durchschnittlich 24 Tagen beglichen. Damit zahlen die inländischen Unternehmen im Durchschnitt fünf Tage nach dem vereinbarten Zahlungsziel von 19 Tagen und damit zwei Tage später als noch im Frühjahr 2010. Mehr als die Hälfte der Lieferanten aus Deutschland gab an, dass ihre Kunden die Zahlungsverzögerungen im Vorfeld nicht angekündigt hatten. Ein Drittel der befragten Unternehmen wurde um eine Ausdehnung des Zahlungsziels gebeten, jedes fünfte Unternehmen bat den Geschäftspartner um eine höhere Kreditlinie. Die Studienergebnisse weisen auf einen erhöhten Finanzierungsbedarf in den Unternehmen hin, den Atradius bereits im Frühjahr 2010 prognostisiert hatte. Atradius Deutschlandchef Dr. Thomas Langen dazu: "Die Auftragslage hat sich seit dem Frühjahr 2010 weiter verbessert. Die Umsätze steigen. Und um diese steigenden Umsätze finanzieren zu können, nehmen die Unternehmen gerne den Lieferantenkredit beim Geschäftspartner in Anspruch."

Deutsche gewähren bei drei von vier Kunden Lieferantenkredit

73 Prozent der befragten deutschen Unternehmen gewähren ihren inländischen Geschäftspartnern Zahlungen auf Ziel. Den internationalen Geschäftspartnern wurden in 61 Prozent der Fälle Zahlungsziele bzw. Lieferantenkredite gewährt. Damit gehört Deutschland im weltweiten Vergleich zu den Ländern, die bei den Zahlungsmodalitäten im Inland am wenigsten auf Barzahlung oder Vorkasse setzen. Die deutschen Unternehmen gehören nach wie vor zu den schnellsten Zahlern.

Bedeutung des Forderungsmanagements weiter gestiegen

Das Forderungsmanagement hat nicht zuletzt durch die Krise eine wichtige Bedeutung für die Firmen. "Wir beobachten, dass Unternehmen sich immer intensiver über die finanzielle und wirtschaftliche Stabilität ihrer Geschäftspartner informieren", so Michael Karrenberg, Leiter Risikomanagement bei Atradius Deutschland. Die befragten deutschen Unternehmen stützen sich bei der Gewährung von Lieferantenkrediten vor allem auf die Bonitätsprüfung und das Vertrauensverhältnis zum jeweiligen Geschäftspartner. Dies erklärt auch die Tatsache, dass die Unternehmen den inländischen Kunden mehr Zahlungsziele gewähren als den ausländischen.

Lieferantenkredit auch im Ausland beliebt

Auch im internationalen Vergleich wird der Lieferantenkredit bis auf wenige Ausnahmen der Barzahlung vorgezogen. Über die Hälfte aller befragten Unternehmen berichtete, dass Rechnungen ohne vorherige Ankündigung verspätet beglichen wurden. Die meisten Befragten gaben an, dass sie eher den ausländischen Geschäftspartnern eine Zahlung auf Ziel gewähren als den inländischen. In Deutschland, Österreich und der Schweiz ist es umgekehrt. Dort wird der Lieferantenkredit eher den inländischen Kunden gewährt.

(Photo: http://www.newscom.com/cgi-bin/prnh/20100930/411983-e )

In Deutschland ist der Lieferantenkredit eine der wichtigsten Kreditformen überhaupt. Hierzulande leihen Lieferanten ihren Kunden auf diese Weise rund 300 Milliarden Euro. Das ist mehr Geld als deutsche Banken in Form von kurzfristigen Krediten zur Verfügung stellen.

Über die Studie

Das "Atradius Zahlungsmoralbarometer" wird zweimal jährlich von Atradius herausgegeben. Für die aktuelle Studie wurden im Zeitraum Juni bis August 2010 über 3.900 Unternehmen aus allen Branchen in 22 Ländern befragt.

Die Studie kann kostenlos unter www.atradius.de heruntergeladen werden.

Über Atradius Die Atradius-Gruppe bietet weltweit Kreditversicherung, Bürgschaften und Inkasso-Dienste an und ist in 42 Ländern vertreten. Mit Gesamteinnahmen von 1,7 Milliarden Euro und einem weltweiten Marktanteil von 31 % unterstützt die Atradius-Gruppe Unternehmen auf der ganzen Welt bei ihrem Wachstum, indem sie sie vor Zahlungsrisiken aus Verkäufen von Waren und Dienstleistungen auf Ziel schützt. Atradius hat mit 160 Büros Zugang zu Bonitätsinformationen über 52 Millionen Unternehmen weltweit und trifft täglich mehr als 22.000 Kreditlimitentscheidungen.

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