Die Kunst des Vergessens - ein Segen für die Menschheit

München (ots) - So angenehm und beeindruckend es auch sein mag, ein gutes Gedächtnis zu haben - die Notwendigkeit, Dinge zu vergessen, ist lebenswichtig. Das berichtet die Zeitschrift WUNDERWELT WISSEN (Ausgabe 1/2013, ab heute im Handel). Zwar ist Vergesslichkeit unangenehm und ein Problem, das jeder kennt. Andererseits ist das Vergessen auch eine Fähigkeit. Das Gedächtnis funktioniert nur deswegen so gut, weil es überflüssige und weniger wichtige Informationen einfach aussortiert. Wäre es uns unmöglich, etwas vergessen zu können, würden die gespeicherten Erinnerungen unser Leben überfluten, das Lernen nahezu unmöglich machen und das Gehirn massiv überfordern.

Die chemischen Prozesse im Gehirn, die beim Vergessen ablaufen, lernt die Hirnforschung zunehmend zu verstehen. Nicht wenige Wissenschaftler sehen als Endziel ihrer Forschungsarbeiten ein Medikament, das "Vergessen machen" könnte. Der Markt hierfür ist da. Immer mehr Menschen leiden an Angststörungen. Umweltkatastrophen, Flugzeugabstürze, Kriege oder Terroranschläge lassen die Zahl jener, die an posttraumatischen Belastungsstörungen leiden, regelrecht explodieren.

Bisher therapiert man mit langen Gesprächen oder einer Konfrontationstherapie, was jedoch nicht immer den erhofften Erfolg bringt bzw. sehr lange dauert. Deshalb hoffen Psychologen, künftig Medikamente gegen die unerwünschten Erinnerungen einsetzen zu können. Gegner äußern allerdings starke Bedenken. Sie befürchten, dass unangenehme Erinnerungen einfach weggedrückt werden, aber weiterhin irgendwo in unserem Gehirn vorhanden bleiben und später erneut durchbrechen können.

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