Auswandern trotz Krise: Kampf um die weltweit besten Köpfe
Internationale Studie des Karrieredienstes Experteer zeigt: 17 Prozent der Spitzenkräfte haben im letzten Jahr den Schritt ins Ausland gewagt

München (ots) - Der "War for Talent" ist international: im Schnitt wanderte rund ein Fünftel der Führungskräfte aus - trotz erhöhten Riskos durch die Finanzkrise. Vor allem das mittlere Management nimmt Angebote im Ausland wahr: Europaweit sind gut 40 Prozent der Auswanderer Fachkräfte oder Projektleiter. Je nach Land sind unterschiedliche Branchen gefragt. Dies sind die Ergebnisse einer internationalen Studie des Karrieredienstes Experteer ( www.experteer.de ) mit dem Marktforschungsinstitut OMIS Research, bei der das Migrationsverhalten von mehr als 20.800 Spitzenkräften während eines Jahres anonym ausgewertet wurde*.

Klare Trends in der Auswanderung

Deutschland, Italien und Frankreich sind beim Kampf gegen den "Brain Drain" am erfolgreichsten: rund 10% der Führungskräfte wanderten im Analysezeitraum aus. Nur Großbritannien stellt hier eine Ausnahme dar: über 20 Prozent der Spitzenkräfte kehrten hier der bisherigen Heimat den Rücken zu.

Dass speziell in Deutschland ein so niedriger Prozentsatz an Spitzenkräften bereit ist, liegt unter anderem daran, dass die Gehälter in Deutschland und der Schweiz vor allem im mittleren Management die höchsten in Europa sind. Lediglich in der Geschäftsführeretage von Mittelständlern und Großunternehmen ziehen die Niederländer bzw. die Briten bei der Bezahlung davon.

Abwanderungsregion Nummer Eins: Osteuropa

Ein extremer Trend zur Abwanderung ist in den osteuropäischen Ländern zu sehen, wo die Raten um die 50 Prozent liegen.

Ebenfalls flexibel zeigen sich kleinere Länder wie Belgien, die Niederlande oder Österreich, aber auch die Spanier, in denen durchweg über 20 Prozent der Spitzenkräfte im Analysezeitraum ein Angebot im Ausland wahrgenommen haben.

Sieger im Netto-Talente-Import: Schweiz und Niederlande

Speziell die Schweiz und die Niederlande sind im internationalen Vergleich mit knapp 30 und knapp 23 Prozent die unangefochtenen Spitzenreiter beim Netto-Talente-Import. In diese Länder ziehen mehr Führungskräfte zu, als umgekehrt ins Ausland abwandern. Nicht minder positiv sieht die Bilanz für Skandinavien, Italien, Belgien und Frankreich aus, die ein Zuwanderungsplus von 17 bis 13 Prozent verbuchen können.

Ausgeglichen in Zu- und Abwanderung von Spitzenkräften sind Deutschland, Spanien, Großbritannien und die osteuropäischen Länder mit sechs bzw. null Prozent. Die divergierenden Raten bei der Auswanderung aus den einzelnen Ländern lassen auf unterschiedliche Gründe für diesen Ausgleich schließen. So scheint besonders in Osteuropa, der Region mit dem höchsten Talent-Export, auch einen hoher Import an Spitzenkräften statt zu finden. In Deutschland hingegegen fand im letzten Jahr insgesamt wenig Wanderung an Talent statt.

Österreich ist der Verlierer in der Bilanz, der sogar mit sechs Prozent minus eine Netto-Abwanderung von Talenten hinnehmen musste. Die hohe Lebensqualität dieses Alpenlandes war hier wohl nicht überzeugend genug.

Branchenvergleich: Berater sind am mobilsten

In bestimmten Branchen kann man eine deutlich höhere Breitschaft zum Wechsel ins Ausland feststellen: so fallen in Europa 14 Prozent aller Transfers ins Ausland auf die Beraterbranche, gefolgt von etwa zehn Prozent im Banken- und Finanzsektor sowie der Informationstechnologie (IT).

Wirft man einen etwas genaueren Blick auf die Länder, so sind die Deutschen Spitzenkräfte in der Automobilindustrie mit knapp 37 Prozent Anteil der klare Exportschlager. Fachkräfte aus der französischen Automobilindustrie sind europaweit ebenfalls gefragt, bleiben aber mit etwa 16 Prozent Talente-Export klar hinter den deutschen Kollegen zurück. Im Vergleich zu allen anderen Ländern kommen die Telekommunikationsspezialisten aus Deutschland, Frankreich und Großbritannien deutlich häufiger im Ausland zum Einsatz.

Primär mittleres Management wagt Auslandkarriere

Eine Auswertung der jeweiligen Karrierelevels zeigt, dass vor allem das mittlere Management den Karriereschritt ins Ausland wagt. So sind europaweit gut 40 Prozent der Auswanderer Fachkräfte oder Projektleiter, etwa 37 Prozent sind in der Hierarchieebene Abteilungsleiter oder Bereichsleiter zuzuordnen. Relativ wenig Bewegung ist im Top Management bei Geschäftsführern zu beobachten, die es lediglich auf etwa fünf Prozent Auswanderungsquote bringen.

* Über die Studie: Das britische Marktforschungsinstitut OMIS Research analysierte im Auftrag von Experteer 20.826 anonymisierte Mitgliedsdaten aus 20 Ländern und Länderverbänden. Die Erhebung bezieht sich auf die Daten der Jahre 2008 und 2009. Nähere Informationen zur Studie unter: https://www.experteer.de/about/press oder per mail an presse@experteer.de.

Über Experteer

Mit 50.000 ausgewählten Spitzenpositionen ab 60.000 Euro Gehaltsbenchmark und 6.000 geprüften Personalberatern ist Experteer der qualitativ und quantitativ führende Karrieredienst für Spitzenkräfte in Deutschland und Europa. Das Premium-Angebot richtet sich an Professionals und Executives, die den nächsten Karriereschritt planen und den Stellenmarkt sowie den eigenen Marktwert im Blick behalten möchten. Um hochwertige Stellen für die Mitglieder zu generieren, durchsucht ein unabhängiges Analystenteam permanent den Markt, klassifiziert die einzelnen Stellen und versieht sie mit Gehaltsbenchmarks. Diese werden durch das Experteer Career Matching mit den Qualifikationen und Karrierezielen der 1,6 Millionen Mitglieder abgeglichen. So erhält das Mitglied einen Überblick über passende Positionen - auch über die eigene Branche, Funktion oder Führungsebene hinaus. Zusätzlich bietet Experteer einen diskreten Zugang zu seinem Headhunter-Netzwerk und dessen exklusiven Stellenmarkt. Mitglieder können dort ihr Karriereprofil für Headhunter platzieren und zielsicher gefunden werden.

Die Experteer GmbH mit Sitz in München wurde 2005 von der Holtzbrinck Ventures GmbH, einer Tochtergesellschaft der Verlagsgruppe Georg von Holtzbrinck, gegründet. Renommierte Kooperationspartner wie Handelsblatt, DIE ZEIT, Stern, FTD oder n-tv haben den Karrieredienst in ihren Online-Auftritt integriert. Weitere Informationen unter www.experteer.de oder den jeweiligen Länderdomains .com/.ch/.fr/.co.uk/.be/.at /.it /.es/.nl und us.experteer.com.

Zusätzliche Informationen, Bildmaterial und diese Pressemeldung zum Downloaden unter www.experteer.de/about/press. Sollten Sie interesse an der kompletten internationalen Studie haben, wenden Sie sich bitte an folgenden Pressekontakt: Vera Niederwieser presse@experteer.de

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