BDI Bundesverband der Dt. Industrie

BDI zum Frühjahrsgutachten: Keine Rezessionsgefahr, aber Beschäftigungsentwicklung gefährdet

    Berlin (ots) - Ein realistisches Bild zeichnet nach Einschätzung
des Bundesverbandes der Deutschen Industrie (BDI) die
Konjunkturprognose der führenden Wirtschaftsforschungsinstitute.
Sowohl die gewachsenen weltwirtschaftlichen Risiken, ausgehend von
den USA, als auch die nach wie vor in der Grundtendenz  positiven
Wachstumsvoraussetzungen in Deutschland und Europa würden einbezogen.
Auch der BDI erwartet keine Rezession, sieht aber durch die sich
abflachende Dynamik insbesondere die Beschäftigungsentwicklung
gefährdet. Schon im vergangenen Jahr waren der Beschäftigungsaufbau
und der Abbau der Arbeitslosigkeit eher verhalten.
    
    Umso wichtiger sei es nun, die wirtschaftspolitischen Weichen
richtig zu stellen. Die Institute zeigten hierfür notwendige Schritte
auf. Vor allem unterstützt der BDI die Forderung der
Wirtschaftsforscher nach einer Fortsetzung der moderaten Lohnpolitik.
Der Gedanke, Tarifverträge nicht für das laufende Jahr, sondern für
das folgende Jahr abzuschließen, sei durchaus überlegenswert. Auch in
der Bewertung der Geldpolitik stimme der BDI den Instituten zu. Mit
einer Leitzinssenkung um 50 Basispunkte könne die Europäische
Zentralbank die monetären Rahmenbedingungen der Konjunktur spürbar
verbessern, ohne das Stabilitätsziel zu gefährden. Dies helfe auch
der Lohnpolitik, auf einem beschäftigungsfördernden Pfad zu bleiben.
    
    Der BDI vermisst im Frühjahrsgutachten allerdings eine
Auseinandersetzung mit der auf weitere Reglementierung setzenden
Arbeitsmarktpolitik der Bundesregierung. Diese aus Sicht des BDI
völlig verfehlte Politik - Verschärfung des Kündigungsschutzes,
Einschränkung befristeter Beschäftigungsverhältnisse, Verankerung
eines Rechtsanspruchs auf Teilzeitarbeit, Ausweitung der
Mitbestimmung - stelle das größte Hemmnis für einen nachhaltigen
Abbau der Arbeitslosigkeit dar.
    
    
ots Originaltext: Bundesverband der Deutschen Industrie e. V.
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