BDI Bundesverband der Dt. Industrie

Designierter BDI-Präsident Hans-Peter Keitel zur Finanzkrise und zur Zukunft der sozialen Marktwirtschaft - Lektionen der Krise beherzigen und 2009 wieder Wachstum erreichen

    Berlin (ots) - "Wir sollten niemals aus dem Auge verlieren, dass wir im Laufe des nächsten Jahres wieder Wachstum erreichen wollen - und zwar Wachstum in besseren Strukturen als heute. Wir wollen die Lektionen der Krise beherzigen und dann stärker sein als zuvor." Dies kündigte der designierte BDI-Präsident Hans-Peter Keitel am Donnerstag in einer Grundsatzrede unter dem Titel "Die Zukunft der sozialen Marktwirtschaft" in München an. "Wir sollten uns hüten, die Krise als Delle misszuverstehen, nach deren Ausbeulen wir unsere Extrapolationen für die nächsten zwanzig Jahre wieder aus der Schublade holen und wie gewohnt weitermachen", warnte Keitel.

    "Gerade in diesen Zeiten bietet das Amt des BDI-Präsidenten die große Chance zu zeigen, dass die deutsche Wirtschaft viel mehr kann und viel besser ist, als es wohlfeile Schlagzeilen über Banker und Manager Glauben machen; und dass die deutsche Wirtschaft echte Werte schafft - auch und gerade in den vor uns liegenden schwierigen Jahren." Keitel sagte, Deutschland befinde sich inmitten einer neuen Systemdebatte: "Es geht um unsere grundsätzliche Ordnung, um das Verhältnis von Markt und Staat, um eine intelligente Balance."

    Einen Wettlauf um wohlfeile Rezepte, wie der Krise mit möglichst viel öffentlichem Geld beizukommen sei, hält Keitel für "untauglich". Er begrüßte, dass die Bundesregierung mit dem Gipfeltreffen am vergangenen Sonntag den Versuch unternommen hat, Ordnung in die Debatte und System in die Maßnahmen zu bringen. "Jeder Stillstand ist unverantwortlich", warnte Keitel. "Die Dramatik der Situation wird erst zu Beginn des neuen Jahres voll sichtbar, wenn wir mit der Veröffentlichung der Unternehmensbilanzen und der Arbeitsmarktdaten Klartext lesen können."

    Keitel hält den Markt für ein "unersetzliches Regulierungsinstrument", aber nicht für einen "Selbstzweck": "Ich bekenne mich zu dem Satz, dass das Ziel der Wirtschaft nicht in der Wirtschaft selbst liegt, sondern in ihrer menschlichen und gesellschaftlichen Bestimmung." Keitel warb dafür, auf der sozialen Marktwirtschaft die Zukunft Deutschlands zu bauen. "Wir alle haben überhaupt keinen Grund, die Marktwirtschaft insgesamt in Frage zu stellen, wohl aber Auswüchse und Fehlentwicklungen zu beseitigen - durch eine kluge Anpassung der Regeln", erläuterte der künftige BDI-Präsident.

    "Den Zusammenhalt in unserer Gesellschaft können wir aber auch nicht dadurch bewahren, dass wir die soziale Marktwirtschaft als Legitimation für eine grenzenlose Umverteilung des wirtschaftlichen Erfolgs missbrauchen", kritisierte Keitel. "Wenn die Balance zwischen Markt und Staat stimmt und die Eliten nicht nur aus Wirtschaft und Politik wieder Werte vorleben, dann braucht uns um die Zukunft der sozialen Marktwirtschaft nicht bange zu sein."

    Keitel war am 24. November von der Mitgliederversammlung des BDI einstimmig zum Nachfolger von BDI-Präsident Jürgen R. Thumann gewählt worden. Er wird am 1. Januar 2009 sein Amt als BDI-Präsident antreten.

    Der komplette Redetext kann abgerufen werden unter: www.bdi.eu.

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